17.06.2003

HUTCHISON

Bildquelle: 3/ORF.at

Preissenkung soll UMTS-Kunden locken

Nur sechs Wochen nach dem Markteintritt senkt der österreichische UMTS-Netzbetreiber 3 seine UMTS-Preise bereits massiv.

Ab 21. Juni werden drei neue Tarifmodelle angeboten, mit denen die Einstiegshürde für Neukunden gesenkt werden soll. Auch die beiden bisher angebotenen Vertragsvarianten werden im Preis deutlich heruntergesetzt.

"Die Kunden haben nachgefragt, ob sie nicht eine Zwölf-Monate-Vertragsbindung nehmen können und dafür günstigere Handys bekommen", begründete Hutchison-Österreich-Chef Berthold Thoma die geänderte Verkaufsstrategie.

Die neuen Preise

Statt bisher mindestens 39 Euro beginnt die monatliche Gebühr nun schon bei 19 Euro [3Basic]. Für das Vielnutzerpaket 3Power muss man nun 39 statt 69 Euro berappen.

Die drei neuen Pakete schließen alle eine Mindestvertragsdauer von zwölf Monaten ein. Je mehr bei der Anmeldung für das Handy bezahlt wird [zwischen null und 299 Euro], desto günstiger wird die monatliche Rate [69 bis 25 Euro].

Wer bis 23. September im Rahmen der "Sommer-Promotion" eines der nunmehr fünf Angebote wahrnimmt, sichert sich so die Konditionen seines Tarifs, solange er 3-Kunde bleibt, betonte Thoma. Außerdem sind alle Info-Dienste, die keine Videos enthalten, im Aktionszeitraum kostenlos.

Videotelefonie ist Killerapplikation

"Unser Kerngeschäft ist Video und wird es auch immer bleiben. Die Zukunft ist Mobile Multimedia", sagte Thoma.

Dabei soll das UMTS-Netz aber nicht als Datenpipeline vermarktet, sondern vorrangig für Videotelefonie und Übertragung multimedialer "Information und Unterhaltung" genutzt werden. Entsprechend wurde der Tarif für reine Datenübertragung von 1,5 Euro pro MB nicht gesenkt, was aber für den Herbst nicht ausgeschlossen wird.

"Videotelefonie ist ganz klar die Killerapplikation", glaubt Thoma. Wie sich in den ersten sechs Wochen des kommerziellen Netzbetriebes gezeigt habe, seien die Gesprächszeiten pro Videotelefonat wesentlich länger als bei Sprachtelefonaten.

Die vom vierten österreichischen Mobilfunkanbieter tele.ring angekündigten Verfassungsklage gegen die Zulassung von MVNOs [Mobile Virtual Network Operator, Mobilfunkanbieter ohne Lizenz und Leitungsinfrastruktur] kann Thoma "durchaus nachvollziehen".

Lizenzen wurden schließlich für die Erbringung von Kommunikationsdiensten und nicht für die Frequenznutzung bezahlt. Werden MVNOs zugelassen, "dann stellt sich die Frage, wofür Lizenzgebühren bezahlt wurden", so Thoma.