Siemens vertagt Neubürgers Entlastung
Ex-CFO in Schmiergeldaffäre beschuldigt
Der frühere Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger soll wegen der laufenden Schmiergeldaffäre auf der Hauptversammlung Ende Jänner nicht entlastet werden. Neubürger selbst habe um die Vertagung seiner Entlastung gebeten, bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien, teilte die Siemens AG am Dienstag mit.
Der Konzern hatte zuvor bereits verkündet, dass die Entlastung des ebenfalls beschuldigten Ex-Vorstands Thomas Ganswindt verschoben werden soll. Die Entlastung der übrigen Vorstände und des Aufsichtsrats soll in Einzelabstimmung erfolgen.
Enger Vertrauter von Pierers
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft auch gegen Neubürger ermittelt. Er galt als enger Vertrauter von Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer. Ganswindt war zwischenzeitlich sogar inhaftiert worden.
Mit der geplanten Einzelabstimmung bei der Entlastung kommt Siemens den Forderungen von Aktionärsschützern entgegen. Diese wollen die Führung auf der Hauptversammlung am 25. Jänner teilweise nicht entlasten. Eine Nichtentlastung hat vor allem symbolische Bedeutung.
Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass eine Gruppe von teils hochrangigen Siemens-Mitarbeitern rund 200 Millionen Euro unterschlagen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. Siemens selbst geht sogar von verdächtigen Zahlungen von bis zu 420 Millionen Euro aus.
(dpa)
