Sportgate wird Beckergate
Knapp ein Jahr nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung muss der frühere Tennisstar Boris Becker erneut vor Gericht.
Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Becker-Firma Sportgate habe das Landgericht München I am 18. September einen Termin festgesetzt, sagte Gerichtssprecher Christian Ottmann dem Magazin "Focus". Insolvenzverwalter Hartwig Albers habe Becker auf die Zahlung von 1,5 Millionen Euro Schadenersatz plus Zinsen verklagt. Laut "Focus" hat das Gericht Beckers persönliches Erscheinen angeordnet.
Im März eröffnet, im Juni bankrott
Becker hatte an dem erst mit Verzögerung im März 2001 ans Netz
gegangenen Internet-Portal den Großteil der Anteile gehalten. Der
frühere Tennisstar habe im Juli 2000 eine Erklärung unterschrieben,
in der er sich verpflichtet habe, Sportgate-Verluste bis zu einer
Höhe von 1,5 Millionen Euro auszugleichen. Dies habe Becker aber
nicht getan. Sportgate hatte im Juni 2001 Insolvenzantrag gestellt.
SportgateIm vergangenen Oktober hatte das Landgericht München Becker in einem Aufsehen erregenden Prozess wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem wurde Becker zur Zahlung von insgesamt 500.000 Euro verpflichtet.
Mit dem Urteil war Becker nur um ein Haar an einer Haftstrafe vorbeigekommen. "Das war mein wichtigster Sieg", erklärte Becker nach dem für ihn glimpflichen Prozessausgang.
