Ein drittes GSM-Netz für den Irak
Der kuwaitische GSM-Netzbetreiber MTC-Vodafone hat im Südirak ein GSM-Netz in Betrieb genommen.
Versorgt werden die Stadt Basra und wesentliche Verbindungsrouten über Land. Die entsprechende Lizenz hat der Netzbetreiber vom britischen Verteidigungsministerium und einer irakischen Behörde erhalten.
Entsprechend dieser Lizenz sollen mit dem Netz in erster Linie die Kommunikationsbedürfnisse der britischen Truppen befriedigt sowie Hilfsorganisationen unterstützt werden.
In den nächsten Wochen dürfte die von den USA eingesetzte Verwaltung mit der Ausschreibung einer landesweiten Lizenz für ein kommerzielles GSM-Netzwerk beginnen.
Auftragnehmer MCI
Während in der im kurdischen Autonomiegebiet gelegenen Stadt
Sulaimanija [etwa 750.000 Einwohner] und ihrer Umgebung schon vor
dem Krieg ein GSM-Netz bestand, haben die USA im Mai in einer
umstrittenen Entscheidung einen Auftrag zur Errichtung einer
GSM-Versorgung in Bagdad gegeben. Auftragnehmer für das für 5.000
bis 10.000 Teilnehmer ausgelegte Netz ist nämlich MCI alias
WorldCom.
MCINicht nur hat dieses Unternehmen überhaupt keine Erfahrung mit der Errichtung von GSM-Netzen, sondern es hatte sich auch fast gleichzeitig mit der Vertragsunterzeichnung mit der US-Börsenaufsicht SEC auf eine Strafzahlung über 500 Mio. Dollar wegen umfangreicher Bilanzfälschungen geeinigt.
Der irakische Auftrag der US-Regierung wird von Analysten mit einem Wert von etwa 900 Mio. beziffert. Von politischer Seite war wiederum kritisiert worden, dass sich das US-Militär nicht für eine "rein amerikanische" Mobilfunktechnologie - sprich CDMA - entschieden hatte.
