12.06.2003

DYNATAC

Bildquelle: Motorola

20 Jahre Mobiltelefon

Das Handy feiert in diesen Wochen seinen 20. Geburtstag.

1983 brachte der US-Hersteller Motorola mit dem "DynaTAC 8.000X" das weltweit erste Mobiltelefon auf den Markt: 800 Gramm schwer, groß wie ein Buch, mit nur einer Stunde Gesprächszeit und einem Preis von 4.000 USD.

Dennoch wurden innerhalb eines Jahres 300.000 Exemplare verkauft.

"Keiner hat von dem Siegeszug des Mobiltelefons zu träumen gewagt", sagt Rudy Krolopp, Entwickler des weltweit ersten Handys. "Es war einfach nur eine irre Idee, mit der man Geld verdienen wollte", sagt der heute 73-Jährige.

Doch das Ziel war formuliert: Jeder sollte überall drahtlos telefonieren können. Sechs Wochen hatte Krolopp Zeit, den ersten Prototyp zu entwickeln. "Wir hatten nicht das beste Material und mussten sogar Radiobauteile verwenden, aber das Gerät funktionierte".

Bis dato waren nur fest installierte Funktelefone zum Einsatz gekommen. Diese wurden meist in Autos und Lkws eingebaut. Das "Fräulein vom Amt" musste noch die Gespräche vermitteln, und wegen der hohen Kosten gab es nur wenige Teilnehmer. Sie mussten zwischen 4.000 und 7.500 Euro pro Gerät investieren - bei 130 Euro monatlicher Grundgebühr.

GSM ab 1992

1992 wurde das GSM-Mobilfunknetz eingeführt. Allerdings gab es einen Mangel an Geräten, und die ersten Gespräche mussten mit fest eingebauten 8-Watt-Autotelefonen geführt werden. 1992 präsentierte Motorola mit dem Modell 3200 das erste GSM-fähige Handy. Das 500 Gramm schwere und 1.500 Euro teure Gerät erlangte schnell unter dem Namen "Knochen" Berühmtheit, bald folgte eine Flut von Mobiltelefonen verschiedener Hersteller.

Heute gibt es weltweit 1,2 Milliarden Mobiltelefone. Vielfalt lautet das Motto bei der Zukunft des Handys. "Bei der Größe ist nicht mehr viel zu machen", sagt Designerin Moni Wolf. "Wichtiger ist heute die Entwicklung von Lifestyle-Produkten, die individuellen Bedürfnissen gerecht werden."

Heiß begehrt sind Fotohandys mit Farbdisplays. "Schon im nächsten Jahr wird es kein Gerät mehr mit Monochrom-Display auf dem Markt geben", prophezeit Motorola-Marketing-Chef Volker Häbel. Wie die Einführung des UMTS-Netzes vom Kunden genutzt werde, lasse sich allerdings kaum vorhersagen.