ÖIAG berät über TA-Privatisierungskonzept
Am Freitag soll der ÖIAG-Aufsichtsrat mit einem Privatisierungskonzept zur Telekom Austria [TA] konfrontiert werden.
Vorgesehen sind dem Vernehmen nach in dem Konzept drei Szenarien, darunter ein Totalverkauf des ÖIAG-Anteils von 47,2 Prozent an einen strategischen Partner bis Mitte Juli. Ein Name sei nicht genannt worden, nach bisherigen Informationen dürfte es sich aber um die Swisscom handeln.
Protestaktion der Personalvertreter
Die TA-Personalvertretung und die Postgewerkschaft haben bereits
für 8.00 Uhr eine Protestaktion vor der für 10.00 Uhr anberaumten
ÖIAG-Aufsichtsratssitzung vor der ÖIAG-Zentrale in der Wiener
Innenstadt angekündigt.
ÖIAGDrei Varianten
Zwei weitere Optionen in dem TA-Privatisierungskonzept sind längerfristiger Natur, sie sollen bis Ende 2003 umgesetzt werden. Eine Variante davon lautet auf einen Verkauf von je fünf Prozent der Anteile von ÖIAG und Telecom Italia an der TA über die Börse.
Die zweite Variante sieht ebenfalls einen Verkauf über die Börse vor, wobei den Informationen zufolge der TI-Anteil [14,8 Prozent] zur Gänze und ein aliquotes ÖIAG-Paket angeboten werden sollen. "Beschlossen wird morgen sicher nichts", sagte ÖIAG-Sprecherin Viktoria Kickinger dazu.
Die TA steht auf der Privatisierungsliste der Schüssel-II-Regierung und soll laut Ministerratsbeschluss vom 1. April 2003 "bis zu 100 Prozent" verkauft werden.
Verschoben wurde die ebenfalls für Freitag anberaumte ÖIAG-Hauptversammlung auf 10. Juli. Die Verschiebung wird in der ÖIAG mit dem Zeitlauf der Budgetbegleitgesetze begründet, deren Beschlussfassung sich wegen der Pensionsreform verschoben hat. Die Hauptversammlung muss die Dividendenausschüttung beschließen.
Eigentümervertreter Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat der ÖIAG für das Geschäftsjahr 2002 eine Dividende von 300 Mio. Euro "verordnet".
