MRAM-Chips sollen 2005 kommen
IBM und Infineon haben nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt bei der Entwicklung von "Magnetic Random Acces Memory" [MRAM] gemacht, nach dem die Chips möglicherweise "schon" 2005 zum Einsatz kommen könnten - 2000 hatten IBM und Infineon den kommerziellen Einsatz noch für 2004 angekündigt.
MRAMs speichern die Informationen im Gegensatz zu DRAMs nicht mehr elektrisch, sondern magnetisch. Da die Magnetfelder auch nach dem Entfernen der Spannung erhalten bleiben, brauchen MRAMs keinen Refresh und behalten ihre Informationen auch bei ausgeschalteter Stromversorgung.
Beide Konzerne präsentieren in dieser Woche in Japan einen 128-Kbit-MRAM-Baustein, der mit 0,18 Mikrometern den Angaben zufolge die kleinste bislang für die Technologie bekannte Struktur aufweist.
Die neuen Bausteine ermöglichten es elektronischen Geräten wie PCs, auch nach Abschalten der Stromversorgung ihre Daten zu behalten, teilten IBM und Infineon am Dienstag in München mit: "Mit MRAMs sind Computer vorstellbar, die auf Knopfdruck sofort betriebsbereit sind und sich schnell wie eine Lampe an- und ausschalten lassen."
Magnetic RAM von IBM und InfineonDRAM und Flash kombiniert
Aktuell besäßen zwar auch Flash-Speichersteine die Fähigkeit, Daten ohne Stromversorgung zu sichern, hieß es von Infineon und IBM weiter, MRAMs kombinierten diesen Vorteil aber mit der hohen Speicherkapazität, der Schnelligkeit und den niedrigen Kosten existierender Speicher-Bausteine [DRAMs].
IBM und Infineon arbeiten bereits seit über zehn Jahren bei der Entwicklung von Speichern zusammen. In der MRAM-Forschung sind auch Konkurrenten wie Toshiba, Motorola und NEC tätig.
Analysten zufolge würden beide Konzerne mit ihrer Technologie in eine Lücke am Markt stoßen, da die gesamte Computer- und Handybranche Möglichkeiten benötigt, Daten effizienter zu verwalten. "Ich denke, jeder in der Industrie sucht händeringend nach einer universellen Speichertechnologie, die die Anforderungen aller heute eingesetzten unterschiedlichen Produkte erfüllt", sagte Richard Gordon, Branchenexperte bei dem Marktforschungsunternehmen Gartner.
