08.06.2003

MATRIX-FORUM

Bildquelle: ORF.at

Das Neueste aus der Blogosphäre

Weblogs sind ein Beispiel dafür, was das Web am besten kann: Kommunikation ermöglichen. Diejenigen, die vor Jahren das Wort Community nur dazu missbrauchten, um ihre Produkte an den Mann zu bringen, scheiterten, weil sie nichts vom Internet verstanden hätten, sagt David Weinberger.

Das es weit mehr ist als ein gigantisches Einkaufszentrum, das beweisen zum Beispiel die Weblogs.

Vom Blog zur Sphere

Es gibt lose Definitionen was Weblogs sind und was nicht. Das A und O seien aber die Links, meint Weinberger. Dadurch erst entstehe das, was man derzeit weitläufig als "Blogosphere" bezeichnet.

Auch die Kommentarfunktion, regelmäßige Updates, RSS-Feeds, RSS-Aggregator, Referrers und Suchmaschinen tragen weiteres dazu bei.

Quick and dirty

"An den Texten wird nicht gefeilt", ergänzt David Weinberger. In traditionellen Medienhäusern wird man diesen Stil, den man am besten mit "quick and dirty" beschreiben kann, nicht finden. Programmierer sprechen ganz offen über ihre schnellen "hacks". Journalisten haben damit noch ein Problem. Nur wenige haben in der Zwischenzeit gelernt zuzugeben, dass ihre Leser oft mehr wissen als sie selbst.

Die Geschichte des Weblog Hostings ist auch eine Geschichte von Servern mit Skalierungsproblemen. Ein erfolgreiches Hosting Service bedeutet viele Links, die wiederum führen zu einer größeren Community und immer mehr Traffic. Performance Probleme und hohe Kosten für die notwendige Bandbreite sind die Folge.

Das kostenlose Hosting Service Editthispage von Userland Inc. ging 1999 online und wurde ein Jahr später bereits wieder eingestellt. Blogger.com ging Anfang 2001 immer wieder "on and off". Seit dem Kauf durch Google im Frühjahr

dieses Jahres stehen blogger.com statt drei Servern gleich tausende zur Verfügung. Die Community freut's.

Probleme mit Skalierung

Antville.org war letzen Herbst davon betroffen und musste seine Community um Spenden für den Kauf eines neuen Servers bitten. Mittlerweile wurde die Zahl der User auf den Stand von 2002 eingefroren. Die Entwickler von Antville versuchen zukünftige Weblogger jetzt davon zu überzeugen, doch selbst aktiv zu werden und Webhosting im kleinen Rahmen zu betreiben. Sie stellen dafür ihre Software gratis zur Verfügung. Twoday.net nutzt zum Beispiel diese Open Source Software um damit ihr eigenes, kostenpflichtiges Weblog Hosting zu betreiben.

In Spanien hatte barrapunto.com mit Skalierungsproblemen zu kämpfen und auch in Polen kennt man diese Geschichte. Dort wuchs die Zahl der User innerhalb von einem Jahr von ein paar tausend auf 100.000 an. Allein blog.pl ist Heimstätte für 55.000 Weblogs. Um dort zu einem Account zu kommen, muss man jetzt zum Handy greifen, denn abgerechnet wird per SMS.