Pentagon warnt vor RFID-Münzen

Spionage
11.01.2007

Report zu technologischen Entwicklungen in der Spionage veröffentlicht

Das US-Verteidigungsministerium hat kanadische Münzen mit eingebauten RFID-Chips entdeckt und am Mittwoch seine Auftragnehmer vor den präparierten Geldstücken gewarnt.

Die Münzen wurden in mindestens drei Fällen zwischen Oktober 2005 und Jänner 2006 bei verschiedenen Subunternehmern des Pentagons sichergestellt. Über die Hintergründe wurde nichts mitgeteilt. Auch blieb unklar, um welche Münzen es sich genau handelte.

Die Warnung fand sich im alljährlich veröffentlichten Bericht "Technology Collection Trends in the US Defence Industry", der technologische Entwicklungen bei Spionagepraktiken beobachtet.

China, Russland und Frankreich verdächtigt

Experten bezeichneten es als unwahrscheinlich, dass die kanadische Regierung die US-Verteidigungsbranche ausspionieren wolle. Als mutmaßliche Verdächtige wurden stattdessen China, Russland und auch Frankreich genannt.

Zweifel an der Effektivität

Auch an der Effektivität der elektronischen Minisender wurden Zweifel laut. Die Reichweite der bei der "Münzspionage" verwendeten passiven RFID-Chips sei stark eingeschränkt, hieß es.

Darüber hinaus sei es letztlich sinnlos, Münzen zum Ausspionieren bestimmter Personen einzusetzen. Dafür wechselten sie viel zu schnell den Besitzer, meinte der Experte Jeff Richelson, ein Autor von Büchern über den US-Geheimdienst CIA und dessen technisches Gerät.

Spionage-Münzen nicht neu

Der Einsatz von Münzen in der Spionage ist jedoch nicht neu. Die CIA räumte ein, gelegentlich hohle amerikanische Münzen verwendet zu haben, um Geheimbotschaften oder Filmmaterial zu verstecken.

(futurezone | APA | AP)