Open-Source-Möbel und intelligente Kameras

Ö1
08.01.2010

"Matrix" über freies Design und neue Überwachungstechnik

Am Sonntag hören Sie um 22.30 Uhr im Ö1-Netzkulturmagazin "matrix" Beiträge zu folgenden Themen:

Open Source in Design und Architektur

Ein Couchtisch und das aus der Software-Welt stammende Konzept Open Source haben auf den ersten Blick sehr wenig gemeinsam.

Anders sieht das der aus Israel stammende Designer Ronen Kaduschin. Denn die Entwürfe und Baupläne seiner Möbel sind Open Source. Das heißt, im Netz frei zugänglich, kopier- und veränderbar. Was sich in der Computerwelt schon längst etabliert hat, ist in der Designwelt eine kleine Revolution. Schließlich dreht sich in dieser Branche alles um Copyright und Branding - und damit um bare Münze.

Doch seit einiger Zeit regen sich in der Design- und Architekturszene immer mehr Stimmen, die kooperative Modelle vom Web in die materielle Welt übertragen wollen - um den vieldiskutierten Wandel im Verhältnis zwischen Produzenten und Konsumenten endlich auch im Möbeldesign und im Hausbau durchzusetzen, wie Anna Masoner über Gratisdesign-Kultur berichtet.

Wenn uns Maschinen beobachten

In der siebeneinhalb Millionen Einwohner zählenden Stadt London wird jeder Bürger und jede Bürgerin pro Tag durchschnittlich von über 300 Kameras gefilmt. Die Kriminalität hat das nicht wirklich gesenkt, weshalb Scotland Yard die Überwachung zu einem "völligen Fiasko" erklärte. Nur rund drei Prozent aller in London verübten Raubüberfälle konnten bisher mithilfe von Überwachungsvideos aufgeklärt werden.

Der Grund: Die Polizei ertrank in einer schier endlosen Bilderflut. Forscher arbeiten nun daran, dieses Problem mit Hilfe von "Smart Cameras" zu lösen. Diese "intelligenten Kameras" liefern nicht nur Bilder, sondern untersuchen die Bilddaten auch selbstständig auf Anomalien. Der Informatiker Mubarak Shah von der Central Florida University gilt als einer der Spezialisten auf dem Gebiet der automatischen Videoanalyse - und arbeitet unter anderem mit Informationstechnikern der Kärntner Lakeside Labs und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zusammen. Tanja Malle hat Shah bei einem Aufenthalt in Kärnten getroffen und mit ihm über die Entwicklungen auf dem Gebiet der automatischen Videoanalyse gesprochen.

(matrix)