Mehr Beschwerden beim Deutschen Presserat

PLUS 70 PROZENT
03.01.2010

Kontrollorgan erstmals auch für Online-Medien zuständig

Nach Einführung eines neuen Online-Meldeverfahrens 2009 ist die Zahl der Beschwerden beim Deutschen Presserat um rund 70 Prozent gestiegen. Das gehe aus einer vorläufigen Statistik hervor, meldete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im Voraus. Insgesamt gab es demnach 1.250 Beschwerden. Inhaltlich ging es der Meldung zufolge größtenteils um Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht und Persönlichkeitsrechtsverletzungen.

Online und Print halten sich die Waage

Neu ist seit diesem Jahr auch die Zuständigkeit des Presserats für Online-Medien mit journalistischen Inhalten. Die Beschwerden gegen Print- und Online-Veröffentlichungen verteilten sich annähernd gleich, wie es weiter hieß. In 161 Fällen seien die Eingaben als unbegründet zurückgewiesen worden.

Der Deutsche Presserat dient der Selbstkontrolle der Medien und wird von Verlegern und Journalistenverbänden getragen. Leser und Betroffene können sich dort über mögliche Verstöße gegen den Pressekodex beschweren, also zum Beispiel gegen unfaire Recherchemethoden, Verunglimpfungen und Schleichwerbung in redaktionellen Texten. Der Presserat kann die Missstände öffentlich anprangern - zum Beispiel mit einer Rüge, die das betroffene Medium abdrucken muss.

Seit der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) im Jahr 2001 die Mitgliedschaft beim österreichischen Presserat aufgekündigte, gibt es hierzulande kein vergleichbares Organ.

(futurezone/APA)