1.050 "UFOs" über Deutschland
In Deutschland sind im vergangenen Jahr wieder massenhaft "unbekannte Flugobjekte" gesichtet worden.Tatsächlich handelte es sich in den meisten Fällen um Miniheißluftballons (Himmelslaternen), danach kamen die Venus, der Jupiter, die internationale Raumstation (ISS) und die Trägerrakete eines russischen Spionagesatelliten.
Beim Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelphänomene (CENAP) in Mannheim gingen insgesamt 1.050 UFO-Meldungen ein.
Alle Sichtungen seien jedoch aufgeklärt worden, hieß es von dort. Meist habe es sich um frei schwebende Himmelslaternen gehandelt, teilte Werner Walter vom CENAP am Freitag mit. Deren Start sei zwar fast überall in Deutschland verboten, sei seien aber noch vielerorts zu kaufen.
Außerdem lassen sich diese "unbemannten Minimontgolfieren" und Freifluglampions jederzeit ohne viel Aufwand selbst zusammenbasteln. Im Jahr 2005 gingen die Bilder von 5.000 Ballönchen um die Welt, die zur Erinnerung an die Opfer des Tsunami vom thailändischen Khao Lak aufstiegen.
Militärgerät
Die "Sky Lanterns" oder Kong-Ming-Laternen waren ursprünglich militärisches Kommunikationsgerät. Dessen Entwicklung wird dem chinesischen Militärführer Kong Ming zugeschrieben, der zu Beginn des ersten Jahrtausends gelebt hat, um das Jahr null.
An zweiter Stelle der angeblichen UFO-Sichtungen standen helle Planeten wie die Venus und der Jupiter. Neu hinzugekommen sei die mit weiteren Solarzellensegeln ausgerüstete und deswegen hell am Himmel erscheinende Internationale Raumstation (ISS). Auch große Sternschnuppen hätten UFO-Meldungen ausgelöst.
Glühende Himmelsspinne
Von der spektakulärsten UFO-Sichtung habe die Crew eines Linienfluges zwischen Norwegen und Grönland berichtet. In ihrer Sichtweite war im November der russische Spionagesatellit Kosmos 2455 gestartet.
Eispartikel im Raketenschweif sorgten unter spezieller Beleuchtung für eine "glühende Himmelsspinne", die von der Crew fotografiert wurde. CENAP habe auch hier für Aufklärung sorgen können.
Kosmos 2455
Der Spionagesatellit Kosmos 2455 stieg am 20 November an Bord einer Trägerrakete vom Typ Soyuz-U vom sibirischen Plesetsk gen Himmel. 2455 wird Teil der neuen Generation des "Lotos-S" genannten Satellitenaufklärungssystems der russischen Armee.
(futurezone/dpa)
