Siemens weist Stellenabbau-Gerüchte zurück

DEUTSCHLAND
20.12.2009

Konzernchef: Kein konzernweites Programm geplant

Nach wochenlangen Protesten der Beschäftigten hat Siemens-Chef Peter Löscher Spekulationen über einen drohenden Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen beim größten deutschen Elektrokonzern erneut zurückgewiesen. "Es gibt keine solche Zahl in unseren Planungen und keinen Bedarf für ein weiteres konzernweites Programm", sagte Löscher der "WirtschaftsWoche".

Personalabbau "punktuell"

Löscher schloss aber nicht aus, punktuell und standortbezogen zu handeln, wenn das erforderlich sei. Die IG Metall hatte Siemens wegen derartiger Aussagen in den vergangenen Wochen vorgeworfen, den Stellenabbau in verschiedenen Siemens-Bereichen mit dem Begriff "Portfolio-Bereinigung" zu verschleiern. Hunderte Beschäftigte hatten am Siemens-Sitz München und anderen Standorten gegen einen Stellenabbau demonstriert.

Vor allem die Mitarbeiter der Siemens-Sparte IT-Solutions and Services (SIS) befürchten wegen der geplanten Ausgliederung des Bereichs betriebsbedingte Kündigungen in größerem Umfang. Löscher begründete die Ausgliederung der SIS-Sparte mit Wettbewerbsvorteilen. "Mit dem Schritt, dieses Geschäft zu verselbstständigen, wollen wir einen Rahmen schaffen, damit sich die Sparte regional und geschäftlich fokussierter im Wettbewerb behaupten kann."

Grüne Technologie als Zukunft

Das Geschäft der Zukunft sieht Löscher in "grüner" Technologie, er forderte für Deutschland Pilotprojekte mit elektrisch betriebenen Bussen und Taxis wie in China. "Gerade war ich mit meinen Vorstandskollegen in China. Dort gibt es in 13 Städten Pilotprojekte. In Deutschland sollten wir mehr derartige Pilotprojekte anstoßen." Die Ausgaben für "grüne" Technologien könnten auch die Weltwirtschaft stabilisieren. "Wir erwarten, dass weltweit 430 Milliarden Euro aus Konjunkturprogrammen für 'grüne' Technologien ausgegeben werden."

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(dpa)