Bertelsmann für 2009 optimistisch

MEDIEN
19.12.2009

Konzernchef: Medienbranche steht besser da als erwartet

Der Vorstandschef des Bertelsmann-Konzerns, Hartmut Ostrowski, sieht trotz der Krise Anlass für Optimismus in der Medienbranche: "Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass es enger und schwieriger wird. Aber wir haben zweifellos ein gutes, wachstumsträchtiges Geschäft", sagte er in einem Interview der "Welt am Sonntag".

Die Branche habe besser als erwartet auf die Krise reagiert. Die Renditen seien immer noch höher als in anderen Industriezweigen. "Medienunternehmen werden wieder sexy sein, glauben Sie mir", meinte Ostrowski. Für Bertelsmann, den größten Medienkonzern Europas, schließt er einen Gewinn für 2009 nicht aus.

"Nicht schlechtreden"

Der 51-jährige Konzernchef forderte die Medien auf, nicht ständig die eigene Branche schlechtzureden. Bertelsmann werde wieder wachsen, betonte Ostrowski. "Aktuell haben wir uns aber eine gewisse Investitionszurückhaltung auferlegt." Kleinere und mittlere Zukäufe seien zwar nicht ausgeschlossen, angestrebt werde aber organisches Wachstum. Dieses erwartet er vor allem mit der RTL Group. Schwieriger sehe es bei der Zeitschriftentochter Gruner + Jahr aus, räumte Ostrowski ein.

Das Ziel, bis Ende 2009 die Kosten um 900 Millionen Euro zu verringern, werde Bertelsmann wohl mehr als erfüllen, sagte der Vorstandsvorsitzende. "Aber wir investieren auch - immerhin rund 500 Millionen in diesem Krisenjahr - und sind optimistisch", sagte Ostrowski.

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(APA)