US-Fernsehen profitiert von Rezession
US-Bürger schauen wieder mehr TV
Die Rezession beschert dem Fernsehen in den USA offenbar ein Comeback. Einer US-Studie, die am Dienstag veröffentlicht werden soll, zufolge ist Fernsehen für rund ein Drittel (34 Prozent) der US-Amerikaner derzeit die bevorzugte Medienaktivität. Im letzten Jahr gaben das noch 27 Prozent an. Auf Platz zwei folgt das Internet, dahinter Musik und Bücher, berichtet der "Hollywood Reporter".
Der Grund: Drei Viertel der vom Beratungsunternehmen Deloitte im Rahmen der vierten Ausgabe der Studie "Lage der Mediendemokratie 2009" 2.047 Befragten im Alter von 14 bis 75 Jahren geben an, wegen der schweren wirtschaftlichen Zeiten ihre Ausgaben für Kinotickets, Konzerte und den Besuch von Sportveranstaltungen einschränken zu müssen.
Der durchschnittliche Fernsehkonsum schnellte im Vergleich zum Vorjahr von 16 auf 18 Stunden pro Woche in die Höhe, wobei bei den 14- bis 29-Jährigen der stärkste Zuwachs verbucht wurde. "Das Fernsehen ist der große Nutznießer der Rezession", so Ed Moran von Deloitte. Die Studie belege weiters, dass Fernsehwerbung mit 83 Prozent am wirkungsvollsten sein, gefolgt von Magazinen, Online-Werbung, Zeitungen, Radio und dem Schlusslich Handys und Videospiele.
Doch die Fernsehgewohnheiten haben sich auch verändert: Die Medienkonsumenten suchen sich laut Deloitte zunehmend aus, was und wann sie sehen möchten. Letztes Jahr gaben noch 71 Prozent der Befragten an, sich Fernsehen laut Plan anzusehen, nun tun das nur noch 61 Prozent. Die Nutzung digitaler Videorekorder stieg in der Zeit von 19 auf 21 Prozent. Diese Entwicklung verleihe maßgeschneiderten Werbeangeboten großen Auftrieb, so Moran.
Der Studie zufolge pflegt ein Viertel der Befragten weiters tägliche Sozialkontakte im Internet, fast 60 Prozent sind in Sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv, während es im Vorjahr erst 48 Prozent waren.
(APA/Reuters)
