Operation gegen Kinderpornos abgeschlossen
Das Bundeskriminalamt (BK) hat am Donnerstag ein Fazit der Operation "Typhon" gezogen. Im Rahmen der Operation ist es den Ermittlern gelungen, Produzenten und Konsumenten von kinderpornografischen Inhalten auszuforschen, die auf einem österreichischen Server lagen.
Insgesamt sei es dem BK in Kooperation mit den Landeskriminalämtern und Europol gelungen, europaweit 221 Verdächtige ausfindig zu machen, die sich über das Internet Missbrauchsbilder verschafft hätten. Im Zuge der Aktion wurden 115 Verdächtige in 19 europäischen Ländern festgenommen. 23 dieser Verdächtigen seien in Österreich ansässig.
Spur führte nach Vorarlberg
Von diesen Personen wiederum standen zwei unter Verdacht, selbst Missbrauchsbilder von Kindern und Jugendlichen hergestellt zu haben. Konkret handelte es sich dabei um zwei Beschäftigungslose aus Vorarlberg. Einer von ihnen, ein 62-jähriger Mann, soll gegen Bezahlung pornografische Aufnahmen von einem 17-jährigen Mädchen gemacht haben.
Ein weiterer Mann, 59 Jahre alt, stand im Verdacht, ein zwölfjähriges Mädchen über zwei Jahre hinweg missbraucht zu haben. Die Fahnder fanden bei ihm auch heimlich aufgenommenes Bildmaterial von Kindern in FKK-Bereichen verschiedener europäischer Länder.
Die Hausdurchsuchungen bei diesen beiden Personen hatten bereits im Dezember 2007 stattgefunden. Laut Informationen des ORF-Landesstudios Vorarlberg sind die beiden Personen mittlerweile rechtskräftig verurteilt: der 62-Jährige zu einer unbedingten Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro und der 57-Jährige zu einer bedingten Haftstrafe von 18 Monaten sowie zu einer unbedingten Geldstrafe von 720 Euro.
Zugriffe geloggt
Insgesamt hatten die Ermittler des Büros für Kapital- und Sittlichkeitsdelikte des BK laut eigener Mitteilung 9.733 Bilder auf dem Server eines österreichischen File-Hosters sichergestellt, es soll innerhalb von 36 Stunden über 110.000 Zugriffe auf das Material gegeben haben.
Die IP-Adressen, von denen aus diese Zugriffe erfolgt sind, wurden gespeichert. Die ausländischen IP-Adressen wurden vom BK an die Polizeibehörden der jeweiligen Länder weitergegeben, von denen aus der Zugriff auf das Kinderpornomaterial erfolgt ist, im Fall der österreichischen IP-Adressen wurde vom BK selbst ermittelt.
Laut Auskunft von BK-Sprecher Alexander Marakovits am Donnerstag gegenüber ORF.at hatten die Ermittlungen bereits 2007 begonnen. Ein heimischer Provider habe auf seinen Servern verdächtiges Bildmaterial gefunden und umgehend die Behörden verständigt. "Die Ermittlungen in Österreich sind relativ rasch vor sich gegangen", so Marakovits.
Bilder lagen offen im Netz
Die illegalen Inhalte seien nicht durch Passwörter gesichert gewesen, es habe sich auch nicht um einen kommerziellen Ring gehandelt: "Mit etwas Insiderwissen konnte man die Bilder leicht finden." Die Zusammenarbeit mit den europäischen Polizeibehörden beurteilt Marakovits als sehr gut. Die Ermittlungen hätten sich deshalb so lange hingezogen, weil nicht alle Verdächtigen von ihren Heim-PCs auf die Inhalte zugegriffen hätten.
"Manche haben das von Internet-Cafes aus getan", so der BK-Sprecher. "Da war es natürlich schwieriger, sie ausfindig zu machen." Wie viele der Festnahmen mittlerweile europaweit zu Verurteilungen geführt hatten, konnte Marakovits ad hoc nicht sagen.
