F: Reorganisation der Sicherheitsindustrie
Safran soll Biometrie-Business von Thales übernehmen
Die französische Regierung schmiedet aus dem Elektronikspezialisten Thales einen Rüstungskonzernriesen. Thales soll vom Triebwerksbauer und Elektronikkonzern Safran das Geschäft mit Optronik, Flugdrohnen, Raketensteuerung sowie Navigations- und Sensortechnik mit rund einer Milliarde Euro Umsatz übernehmen, berichtete das Pariser Finanzblatt "La Tribune" (Montag-Ausgabe).
Safran soll im Gegenzug Thales-Bereiche wie Biometrie und Stromerzeugung sowie Bargeld erhalten. Der Generalsekretär im Elysee-Palast, Claude Gueant, unterstütze die neue Abgrenzung.
Megafusion gescheitert
Streit gibt es angeblich noch darüber, wer für die Bordrechner des Kampfflugzeugs Rafale zuständig ist. Der Staat übe großen Druck auf die Konzerne aus, um in dieser Frage zu einem Ergebnis zu kommen. Thales bietet Elektronik für Waffensysteme und Flugzeuge, aber auch Signaltechnik für die Bahn an.
2008 kam der Konzern mit 68.000 Mitarbeitern in 50 Staaten auf 12,7 Milliarden Euro Umsatz. Safran, ein 2005 aus diversen französischen Luftfahrt- und Verteidigungstechnikfirmen geschmiedeter Konzern, war mit 63.000 Mitarbeitern und zwölf Milliarden Euro Umsatz genauso groß und will sich auf Triebwerke und Sicherheitstechnik konzentrieren. 2007 waren Pläne gescheitert, Thales und Safran zu einem französischen "Europa-Champion" zu vereinen, der dem Airbus-Konzern EADS im Rüstungs- und Raumfahrtbereich kräftig zugesetzt hätte.
(dpa)
