Siemens und Von Pierer offenbar vor Vergleich
Ex-Konzernchef einigt sich mit Siemens
Im Streit um millionenschwere Schadenersatzforderungen hat sich Siemens überraschend mit dem ehemaligen Konzernchef Heinrich von Pierer geeinigt. In Branchenkreisen wurden am Dienstag entsprechende Medienberichte bestätigt. Von Pierer sei bereit, wegen des Schmiergeldskandals fünf Millionen Euro zu zahlen, heißt es übereinstimmend in der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) und auf der Website des "Handelsblatts".
Damit wäre eine Klage gegen Pierer vom Tisch. Das Unternehmen wollte sich unter Hinweis auf die Aufsichtsratssitzung an diesem Mittwoch zunächst nicht äußern. Auch Pierers Anwalt Winfried Seibert lehnte eine Stellungnahme ab.
Fünf statt sechs Millionen Euro
Von Pierer müsse offenbar nicht die ursprünglich von Siemens geforderten sechs Millionen Euro überweisen. Allerdings müsse er mit fünf Millionen Euro weiterhin mehr als alle anderen Ex-Vorstände bezahlen.
Siemens hatte ursprünglich von zehn früheren Spitzenmanagern zwischen 500.000 und sechs Millionen Euro verlangt. Das Unternehmen warf ihnen vor, die Geschäfte nicht genügend kontrolliert und so das System aus schwarzen Kassen und fingierten Beraterverträgen ermöglicht zu haben, über das 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeldzahlungen zur Erlangung von Aufträgen in aller Welt geflossen sein sollen. Von Pierer hatte die Vorwürfe stets von sich gewiesen.
Aufsichtsratsitzung am Mittwoch
Der Siemens-Aufsichtsrat beschäftigt sich an diesem Mittwoch mit den Schadenersatzforderungen gegen die insgesamt zehn ehemaligen Vorstände. Von Pierers Anwalt wollte sich zu den Angaben nicht äußern, "solange das Ding nicht vom Eis ist" und verwies auf die Aufsichtsratsitzung am Mittwoch.
(APA/dpa/Reuters)
