GB: Kritik an DNA-Sammelstrategie der Polizei
Unschuldige zur Gewinnung von DNA-Daten festgenommen
Die britische Polizei nimmt nach Erkenntnissen einer Regierungskommission immer wieder Unschuldige ausschließlich zur Gewinnung ihrer DNA-Daten fest. Mittlerweile seien auf diese Weise die genetischen Profile von knapp drei Vierteln aller schwarzen Männer zwischen 18 und 35 Jahren in der britischen DNA-Datenbank gespeichert, wie die Kommission für Humangenetik am Dienstag mitteilte. Derzeit seien darin die DNA-Profile von rund 5,9 Millionen Menschen zu finden, was einem Anstieg um 40 Prozent binnen zwei Jahren entspreche. Es handelt sich um die größte derartige Datenbank der Welt.
Daten Unschuldiger gespeichert
Einige ethnische Gruppen sind der Kommission zufolge in der Datenbank unverhältnismäßig stark vertreten und die jungen Schwarzen sogar "sehr stark überrepräsentiert". Wie die Experten weiter mitteilten, enthält die 1995 gegründete Datenbank die genetischen Merkmale von etwa einer Million Menschen, die sich nichts zu Schulden kommen ließen. Der Kommission liege ein Schreiben eines ehemaligen Polizeikommissars vor, wonach die Festnahme von Menschen nur zur Gewinnung von DNA-Proben mittlerweile die Norm sei. Dabei gehe die Polizei davon aus, dass die Festgenommenen früher oder später Verbrechen begehen könnten.
Nach aktuellen Gesetzesplänen sollen die genetischen Profile festgenommener, aber nicht verurteilter Menschen für sechs Jahre gespeichert werden können. Nach derzeit gültigem Gesetz werden alle Daten auf unbegrenzte Zeit gespeichert. Die Kommission für Humangenetik spricht sich in einer Mitteilung vom Dienstag dafür aus, dass die DNA-Datenbank der Polizei endlich von einem unabhängigen Gremium kontrolliert werden solle.
(AFP)
