© Fotolia/Robert Kneschke, Medikamente

Interpol-Aktion gegen Pharma-Websites

PANGEA II
21.11.2009

In einer konzertierten Aktion sind Interpol und WHO im November weltweit in 26 Ländern gegen den Online-Handel von Medikamenten vorgegangen. Auch Österreich war an der Operation "Pangea II" beteiligt, zu Festnahmen kam es hierzulande aber nicht.

Um die ständig steigende Zahl von Websites, die unerlaubte oder gefälschte Pharmazeutika im Internet anbieten, einzudämmen, kam es Mitte November zu einer weltweiten Aktion scharf der Interpol gemeinsam mit der UNO-Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der internationalen Taskforce gegen gefälschte Medizinprodukte (IMPACT). Vom 16. bis 20. November wurde in 26 Ländern die Operation "Pangea II" durchgeführt, wie die Interpol in einer Aussendung mitteilte.

Nationale Arzneimittelüberwachungsbehörden, Polizei und Zoll hätten bei der Aktion zusammengearbeitet. Im Zuge der Operation wurden mittels Internet-Monitorings 751 Websites ausgemacht, denen illegale Aktivitäten wie der Verkauf rezeptpflichtiger Medikamente unterstellt wurden.

72 Websites geschlossen

Im Rahmen von "Pangea II" wurden schließlich 72 Websites abgedreht und 995 Medikamentenpäckchen beschlagnahmt. Gegen 22 Personen werde derzeit wegen verschiedener Delikte ermittelt, unter anderem wegen illegalen Verkaufs und Beschaffung nicht zugelassener oder rezeptpflichtiger Medikamente.

An "Pangea II" waren auch Österreich und Deutschland beteiligt. In Österreich hätten Innen- und Gesundheitsministerium mit Interpol zusammengearbeitet, sagte Helmut Greiner, Pressesprecher des Bundeskriminalamts, gegenüber ORF.at. "Wir wollen noch keine Daten veröffentlichen", so Greiner. Zu Festnahmen sei es in Österreich aber nicht gekommen.

Gefälschte Medikamente

In Deutschland wird in sechs Fällen wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt. Die Kunden dieser Websites erhielten auf Bestellung sowohl nicht zugelassene als auch gefälschte verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Medikamente enthielten zum Teil andere Wirkstoffe oder Wirkstoffstärken als auf der Verpackung angegeben. Teilweise hatten sie keine Produktbeschreibung (Beipackzettel oder Verpackung) in deutscher Sprache.

Die Medikamente wurden von Gutachtern deshalb als gesundheitlich bedenklich eingestuft, so das deutsche Bundeskriminalamt in seiner Presseaussendung.

"Pangea I"

Operation "Pangea II" ist die Fortsetzung von "Pangea I", die bereits vor zwei Jahren stattfand. Während zu Beginn lediglich acht Staaten an der Operation beteiligt waren, sind es mittlerweile 24 Länder, darunter zahlreiche europäische Staaten sowie Austalien, Kanada, Israel, Neuseeland, Singapur, Südafrika, Thailand und die USA.

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