Vivendi gewinnt Rennen um brasilianische GVT

KONZERN
14.11.2009

Französischer Medienriese übernimmt Mehrheit

Der französische Medienriese Vivendi hat das Rennen um den brasilianischen Netzbetreiber GVT für sich entschieden. Der Konzern sicherte sich überraschend eine Mehrheit an dem Unternehmen und schnappte es damit dem spanischen Konkurrenten Telefonica vor der Nase weg. Vivendi habe 37,9 Prozent der stimmberechtigten Aktien erworben, teilte der Konzern am Freitag mit. Für weitere Anteile im Umfang von 19,6 Prozent besitzen die Franzosen demnach verbindliche Optionen. Der Konzern verschafft sich mit der Übernahme Zugang zum größten Telefonmarkt Südamerikas.

Vivendi legt insgesamt 4,8 Milliarden Dollar für GVT auf den Tisch, deutlich mehr als im ersten Anlauf im September angekündigt und als von Telefonica in einem Gegengebot Anfang Oktober offeriert. Die Franzosen zahlten nun 56 Real je Aktie. Telefonica hatte 50,5 Real geboten, die September-Offerte Vivendis belief sich auf 42 Real.

GVT zählt zu den führenden Anbietern von Telekommunikations- und Internet-Diensten in Brasilien und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von umgerechnet 550 Millionen Euro. Telefonica wollte mit der Übernahme sein schwächelndes Lateinamerika-Geschäft stützten. Vivendi verschafft sich mit GVT auf dem schnell wachsenden Schwellenmarkt einen Ausgleich für die Rückgänge in den Entwicklungsländern. Telefonica hatte sich zuletzt bereits auf der Zielgeraden gesehen und eine Zustimmung der brasilianischen Wettbewerbsbehörde eingeholt, die allerdings mit Auflagen verbunden war. Vivendi muss Angaben der Behörde zufolge nicht mit Einschränkungen rechnen.

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(Reuters)