Google arbeitet an schnellerem Internet

SPEED
13.11.2009

Mit einer Weiterentwicklung des Internet-Protokolls HTTP will Google das Surfen im Internet beschleunigen. Erste Tests mit SPDY brachten Geschwindigkeitsgewinne von über 50 Prozent.

Wie Google am Donnerstag (Ortszeit) in seinem Blog bekanntgab, arbeitet der Internet-Konzern derzeit an einem neuen Internet-Protokoll namens SPDY, das für ein schnelleres Surf-Vergnügen sorgen soll. Das Forschungsprojekt befinde sich noch im Frühstadium, im Labor hat SPDY (gesprochen "speedy") laut Google Geschwindigkeitsgewinne von bis zu 55 Prozent gebracht.

HTTP ist nicht optimiert

Das seit 1996 verwendete HTTP (Hypertext Transfer Protocol) ist der Übertragungsstandard, der zum Einsatz kommt, wenn Server und Web-Browser miteinander kommunizieren. Der Standard ist jedoch nicht für Websites der heutigen Generation optimiert. Diese setzen sich aus vielen kleinen Objekten zusammen, HTTP erlaubt aber nur eine Anfrage pro Verbindung. Das Problem wurde bisher Browser-seitig gelöst, indem diese bis zu sechs Verbindungen gleichzeitig öffnen können.

Ein weiterer Nachteil ist, dass HTTP nur Serveranfragen seitens des Browsers erlaubt. Auch wenn der Server weiß, welche Ressourcen der Browser braucht, verfügt er über keinen Mechanismus, den Client zu informieren. Darüber hinaus verzögert der unkomprimierte HTTP-Header die Übertragungsgeschwindigkeit. Denn durch zusätzliche Informationen wie etwa Cookies sind Header mittlerweile zu einer Größe von 700 bis 800 Bytes angewachsen.

SPDY ersetzt Teile von HTTP

Das von Google entworfene Protokoll soll mehrere Anfragen in einer Verbindung erlauben sowie den Header komprimieren beziehungsweise unnötige komplett löschen. Zudem soll der Server bei Bedarf die Kommunikation mit dem Browser starten und Daten an den Client senden können.

SPDY sei kein kompletter Ersatz für HTTP, sondern ersetze nur einige Teile des gegenwärtigen Standards, hieß es. Das neue Protokoll arbeite etwa auch mit Headers. Andere Aspekte wie das Verbindungsmanagement und das Datentransferformat würden jedoch ersetzt.

Open-Source-Community gefragt

Wie auch HTTP setzt das Protokoll auf TCP auf. Weder an der Netzwerkstruktur noch bei Anwendungen oder Websites sind demnach Änderungen vorzunehmen. Angepasst werden müssen lediglich Server und Browser. Google hofft auch, das "neue Protokoll gemeinsam mit der Open-Source-Community und Industriespezialisten weiterzuentwickeln".