Digicam mit austauschbarem Optikmodul
Der japanische Elektronikkonzern Ricoh hat am Dienstag seine Kompaktkamera GXR vorgestellt, bei der Optik und Sensor eine Einheit bilden, die je nach Aufgabe ausgetauscht werden kann.
Die GXR dürfte damit derzeit das kompakteste Kamerasystem mit Wechselobjektiven sein, denn das Gehäuse (das in diesem Fall gar keine Kamera ist) ist nicht größer als eine herkömmliche Mittelklasse-Digicam und misst 114 x 70 x 29 Millimeter. Das Gewicht hängt vom verwendeten Optikmodul ab. Das Gehäuse, das aus einer Magnesiumlegierung gefertigt ist, wiegt rund 160 Gramm, das Zoom-Modul 161 Gramm. Zum Vergleich: Die neue Canon PowerShot S90 wiegt mit Akku 195 Gramm, die Canon G11 375 Gramm.
Zum Start bietet Ricoh zwei Objektiv/Sensor-Kombinationen an: eine mit dem Standardzoom - auf Kleinbild umgerechnet 24-72 mm f/1:2,5-4,4 - und integriertem Zehn-Megapixel-Sensor (Fläche: 1/1,7 Zoll) sowie eine Makro-Festbrennweite (50-mm-Äquivalent f/1:2,5) mit integriertem 12,3-Megapixel-Sensor.
Der Sensor im Makro-Modul hat APS-C-Format, wodurch die Ricoh zum Konkurrenten der Sigma-DPx-Serie wird. Die Makro-Optik bietet auch einen Einstellring zum manuellen Scharfstellen. Nachteil: Das Makro kann, im Gegensatz zum Zoom, nicht teleskopartig eingezogen werden, so dass die Kamera nicht mehr so gut in die Tasche passt. Die Festbrennweite ist auch 100 Gramm schwerer als das Zoom. Einen Bildstabilisator hat keines der beiden Module zu bieten.
Minisystemkamera
Die Kamera speichert die Bilder entweder als JPEG oder in Adobes generischem RAW-Format DNG auf die SD(HC)-Karte. Der Pufferspeicher reicht - je nach verwendetem Optikmodul - für bis zu vier RAW-Dateien. Das Makro-Modul kann bis zu drei Bilder pro Sekunde aufnehmen. Im Videomodus kann das Zoom-Modul nur in VGA-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, das Makro-Modul schafft dagegen 1.280 x 720 Pixel bei maximal 24 Bildern pro Sekunde.
Das Gehäuse erbt zahlreiche Eigenschaften und Funktionen von den bereits bekannten Ricoh-Kompaktkameras, beispielsweise den Schnappschussmodus und den Programmshift, der einfach über ein über dem Griff platziertes elektronisches Einstellrad zu erreichen ist. Auch Zeit- und Blendenautomatik bietet die GXR, natürlich ebenso wie einen manuellen Einstellmodus.
Billig ist die GXR nicht. Als unverbindliche Preisempfehlungen nennt Ricoh 459 Euro für das Gehäuse, 670 Euro für das Makro-Modul, 370 Euro für das Zoom-Modul und 249 Euro für den aufsteckbaren Sucher. Zum Zeitpunkt der Verfügbarkeit auf dem EU-Markt ist noch nichts bekannt. Weitere Systemkomponenten umfassen Weitwinkel- und Telekonverter sowie einen aufsteckbaren elektronischen Sucher.
