Infineon-Wireline-Segment wird zu LANTIQ
Nach Übernahme durch US-Investor
Der Verkauf des Segments Wireline Communications (WLC) von Infineon Technologies AG an den US-Investor Golden Gate Capital im Juli 2009 bringt jetzt konkrete Auswirkungen für den österreichischen Infineon-Standort in Villach. Das verkaufte Segment firmiert ab sofort unter dem Namen LANTIQ. "Wir starten mit 91 Mitarbeitern, die direkt von Infineon übernommen wurden und bleiben als Mieter hier in Villach", sagte Österreich-Geschäftsführer Michael Strafner (58) im Gespräch mit der APA.
Insgesamt hat LANTIQ weltweit rund 950 Mitarbeiter, die Zentrale ist in Neubiberg bei München, in ihrem Segment ist die Firma mit mehr als 20 Prozent Marktanteil eines der international führenden Unternehmen. Die Firma bietet ein umfassendes Portfolio an analogen, digitalen und Mixed-Signal-ICs für die Breitbandkommunikation zusammen mit der entsprechenden Software an.
Mitarbeiterstab kurzfristig aufstocken
"Villach ist der Standort, an dem spezielle Funktionsmodule bei Chips entwickelt werden", erläuterte Strafner. LANTIQ verfüge zwar über keine Fabriken, "wir machen jedoch alles von der Entwicklung über Tests bis zur Vermarktung", sagte der Geschäftsführer. Der Standort Villach trage im Bereich Entwicklung eine große Eigenverantwortung.
Der Mitarbeiterwechsel von Infineon zu LANTIQ verlief reibungslos. "Die Angestellten sind mit all ihren Rechten im Rahmen des Kollektivvertrages zu uns übergegangen", erklärte Strafner. Kurzfristig ist geplant, den Mitarbeiterstab in Kärnten um 15 Prozent aufzustocken. Für Strafner ist der Sprung an die Spitze von LANTIQ in Österreich nach gut 30 Arbeitsjahren im Ausland übrigens eine Rückkehr in seine Heimatstadt Villach.
100 Millionen Euro Wertzuwachs
Der Verkauf des WLC-Geschäftsbereiches von Infineon an Golden Gate Capital wurde bereits im Juli dieses Jahres angekündigt. Der endgültige Kaufpreis beläuft sich laut Firmenangaben auf etwa 243 Millionen Euro, was sich aus handelsüblichen Anpassungen der Verkaufsvereinbarung mit Golden Gate Capital ergibt.
Bei Infineon wird erwartet, dass als Folge dieser Transaktion im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres, das am 30. September 2010 endet, ein Wertzuwachs von mehr als 100 Millionen Euro verbucht werden kann.
(APA)
