No-Go-Zonen für elektronische Gadgets
Es gibt Situationen, in denen es nicht angebracht ist, Gadgets und Online-Dienste zu nutzen: wenn man ein Flugzeug fliegt beispielsweise. Oder wenn man im Sarg liegt. Oder wenn man erst das Erstere, dann das Zweitere tut.
Es ist ein wenig wie mit der heimischen Waffenindustrie. Da hat man 15 Eurofighter in Zeltweg stehen, 14 bis 16 Piloten hat man auch, aber so Euro ist der Fighter nicht, weil er in Vorarlberg nicht ohne ordentliche Luftraumverletzung über Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Italien gewendet werden kann. Bregenz muss quasi vom Boden aus verteidigt werden. Oder aufgegeben. Ja.
So ähnlich geht es uns kleinen Konsumenten schließlich auch. Wir kaufen Gadgets, digitalen Kleinkram, und dann dürfen wir das, was auch wirklich in den richtigen Händen ankommt, nicht nutzen. Auch dann nicht, wenn es lustig wäre. Dass man bei Start und Landung nicht "Liebling, ich starte" oder "Schatz, ich lande" ins Handy brüllen darf, weiß man als Fluggast. Das heißt, reinbrüllen darf man es schon, aber das Gerät sollte dabei bitte abgeschaltet bleiben.
Und seit Piloten in den USA schon mal mehr auf einen Laptop als auf die Landebahn achten, soll auch die Nutzung von Computern im Cockpit eingeschränkt werden. So hart diese Regelung auf den ersten Blick aussehen mag: An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass manches Gerät durchaus gefährlichen Content bieten kann. Da soll die Flugsicherung erst einmal draufkommen, dass man die Debatte über die Dienstpläne mit einem ordentlichen Fläschchen kombiniert.
Es kommt, auch im Büro, auf den richtigen Einsatz von Fahrzeugen und Stühlen an, dann klappt es auch mit dem Chef. Irgendwie muss man seine Lieblingsdinger eben ein wenig anpassen.
Trotzdem: Absolute No-Gos sind zum Beispiel iPhones im Sarg. Das digitale Totenglöckerl gibt ja nach einem Tag batterietechnisch bereits den Geist auf. Bringt nix. Selbst palästinensische Zimmermänner brauchen für die Wiederauferstehung drei Tage. Und ein geSMStes Jawort während einer Trauung gilt als unfein - Mundfaulheit hin oder her.
Bei Hardware ist das alles einfach. Knöpfchen gedrückt, "Schuldigung" gemurmelt, und dann ist es schon irgendwie o. k., dass man in der U-Bahn der Oma schräg vorne mit dem Bildschirm den Dackel gequetscht hat.
Mehr Fingerspitzengefühl ist da schon bei Online-Apps und Services gefragt. So schickt es sich einfach nicht, in ReMap das Luftbild der Hofburg mit einem Bild eines riesigen Kaiserschmarrens zu ersetzen.
Und bei Start und Landung sein iPhone einzuschalten, um eine Anwendung gegen Flugangst zu nutzen, bringt den Flugnachbarn nur selten zum Lachen, wenn er dadurch ein trudelndes Flugzeug unter seinen Hintern bekommt. Und wir wissen zudem inzwischen: iPhone im Sarg, keine gute Idee.
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(Harald Taglinger)
