Grazer Innenstadt wird optisch digitalisiert
Ab Juli soll die Innenstadt der steirischen Landeshauptstadt Graz auch virtuell für Interessierte "begehbar" sein.
Dafür werden seit drei Jahren mit einem GPS-Gerät und mit auf einem Geländewagen montierten Kameras und einem 3-D-Laserscanner in langsamer Fahrt durch die Stadt Form und Oberflächentextur der umgebenden Gebäude und Objekte erfasst und örtlich zugeordnet.
Rund 20 Minuten dauert eine Scanner-Fahrt durch eine rund 500 Meter lange Straße, eine Woche Arbeit stecke in der anschließenden Verarbeitung der Daten. Je detailreicher das Modell sein soll, umso mehr Zeit sei dafür erforderlich, so Projektleiter Johannes Holzer.
Neben Touristen sollen auch die Stadtplanung und der Katastrophenschutz von der Visualisierung ganzer Stadtviertel im Auftrag der Stadt Graz profitieren. Im Juli soll ein erstes dreidimensionales Modell über die Homepage der Stadt Graz abrufbar sein.
GrazZusammenführung der Daten
Die Objekte, an denen der "Scanner-Wagen" vorbeifährt, werden zugleich fotografiert und vermessen.
Aus den aufgezeichneten Daten und Ergänzungen durch Informationen aus den Originalstadtplänen des Stadtvermessungsamtes und zusätzlichen Luftaufnahmen errechnet der Computer dann ein Gebäudemodell mit einer Verortungsgenauigkeit bis auf weniger als einen Meter und einer Detailgenauigkeit bis auf fünf Zentimeter, so Holzer.
Die Forschungsgesellschaft Joanneum Research hatte im Vorfeld des Projekts das Scannersystem entwickelt, das von der TU Graz um die notwendige Software ergänzt wurde. Die Erstellung des dreidimensionalen Stadtmodells wird von den beiden steirischen Unternehmen No limits und Geodata Ziviltechniker umgesetzt.
Virtuelle Fahrschüler in Wien
Auch in Wien hat No limits bereits begonnen, Straßenzüge
abzubilden. Bis zum Jahr 2006 ist geplant, die 3-D-Erfassung so weit
zu verbessern, dass beispielsweise Fahrschüler am Computer durch die
virtuelle Stadt fahren können.
No Limits
