US-Zeitungen: Neuer Einbruch bei Auflagen

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26.10.2009

Einzige Ausnahme ist das "Wall Street Journal"

Die US-Zeitungskrise verschärft sich: Die Auflagen der Zeitungen sanken zwischen April und September um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Die Gesamtauflage der 379 größten US-Zeitungen habe Ende September wochentags nur noch 30,4 Millionen betragen, berichtete das Fachinstitut des US-Zeitungsverlegerverbands, Audit Bureau of Circulations (ABC), am Montag in Schaumburg (US-Bundesstaat Illinois). Im Halbjahr zwischen Oktober 2008 und März 2009 waren die Auflagen demnach lediglich um 7,1 Prozent gefallen.

Das "Wall Street Journal" ("WSJ"), das einen Schwerpunkt in der Wirtschaftsberichterstattung hat, ist eine der wenigen Zeitungen, die zulegen konnten. Mit einer Steigerung der Auflage seit September 2008 um 0,6 Prozent auf 2,024 Millionen wurde das "WSJ" die auflagenstärkste Zeitung in den USA. Das konservative Blatt aus dem Haus des Medienmoguls Rupert Murdoch verdrängte damit "USA Today" vom Spitzenplatz. Die Auflage von "USA Today" sank binnen eines Jahres um 17,1 Prozent auf 1,9 Millionen.

Mehrjährige Krise

Auch andere große Zeitungen mussten herbe Rückschläge hinnehmen: Die "New York Times" büßte bis September im Vergleich zum Vorjahr 7,3 Prozent ein und hat jetzt eine tägliche Auflage unter der Woche von 928.000. Die "Los Angeles Times" musste sogar ein Minus von elf Prozent hinnehmen (Auflage: 658.000). Die "Washington Post" verlor 6,4 Prozent auf 583.000.

Die US-Zeitungen befinden sich schon seit mehreren Jahren in einer schweren Krise. Die Rezession hat sie noch verschärft. Zwölf US-Zeitungen sind laut dem Blog Newspaper Death Watch seit März 2007 vom Markt verschwunden, unter ihnen die "Rocky Mountain News" und die "Kentucky Post". Sieben weitere Zeitungen gibt es ausschließlich oder bis auf eine Wochenausgabe im Internet, darunter befindet sich der "Christian Science Monitor". Laut dem US-Zeitungsverlegerverband (NAA) lesen noch immer täglich über 100 Millionen Amerikaner eine Zeitung, mehr als jeder dritte erwachsene US-Bürger.

Rückgang an Werbeeinnahmen

Seit mehr als zwei Jahren gehen auch die Werbeeinnahmen der Zeitungshäuser zurück. Im ersten Quartal 2009 sanken sie sogar um 29,7 Prozent. 2006 hatten die Zeitungen noch 49,3 Milliarden Dollar an Anzeigenerlösen, 2008 waren es 38 Milliarden. Dieses Jahr wird mit einem weiteren drastischen Rückgang gerechnet.

Zwar ist die Zahl der Nutzer von Zeitungswebportalen in den vergangenen Jahren stetig auf inzwischen über 70 Millionen im Monat gewachsen. Allerdings sind die ohnehin spärlichen Werbeeinnahmen angesichts der Rezession auch hier gefallen (um fünf Prozent im zweiten Quartal). Infolge der Zeitungskrise wurden seit 2007 (geschätzt) weit über 10.000 Redakteure entlassen.

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(dpa)