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Falschmeldungsmaschine Internet

NETZTEILE
17.10.2009

Das natürliche Mitteilungsformat im Internet ist der Hoax. Richtig? Natürlich nicht. Falsch bleibt falsch. Es sei denn, der Fälscher macht einen echten Fehler.

Zugegeben, ich bin auf eine Falschmeldung hereingefallen, und zwar so richtig peinlich. Yahoo würde nie im Leben Daten an einen Staat weiterleiten. Und ich dachte, der halbe Iran hängt jetzt schon am Galgen wegen 200.000 unter der Hand durchgeschobener Datensätze. Aber das ist das World Wide Web, ein Medium, das ja irgendwie schon in sich einem einzigen Fehler gleicht. Gut, wenn es hilft, einzelne reich zu machen. Meinetwegen.

Dabei grenzt so viel an eine Falschmeldung, wie zum Beispiel die über einen Multitouch-Rechner von HP, denn wenn man nicht gerade der Generation unter 15 angehört und eh nur noch alles mit dem rechten SMS-Daumen erledigt, dann hat man immer mehrere Finger gleichzeitig an einem Rechner. Zumindest an Tastatur und Maus. Und Handysubventionierung durch Provider kann gar nicht wegfallen. Denn es sind die Kunden, die das Handy zahlen, nicht der Provider. Niemand hat die Spendierhosen an, wenn er Netze betreibt. Nur um das noch einmal klarzustellen.

Ganz ehrlich: Das klang ziemlich stark nach einer Falschmeldung, darüber hätte ich nie geschrieben. Denn nur, weil irgendwo ein Punkt fehlt, können doch nicht etwa eine Million Websites plötzlich nach Finnland auswandern oder hinter dem Nordkap verschwinden. Das glaubt einem doch keiner. War aber so.

Wir wissen: Es ist einfach wahr, dass manche Firmen nie einen Punkt machen. Und deshalb funktioniert das Internet auch nicht besser. So wie Polaroid, die - aber das glaube ich irgendwie nicht - doch ihre klassische Fotobüchse wieder auf den Markt bringen wollen. Ob das Gerät wirklich gute Fotos macht, weiß ich eh nicht mehr. Keines der Polas von damals hat noch irgendeinen Farbflecken drauf. Alle ausgebleicht (hihi ... ist natürlich eine Falschmeldung hier). Entschuldigung, Polaroid.

Allerdings ist das hier keine Falschmeldung, denn dazu gibt es ein Video, und Videos lügen nie nicht nimmer, das ist die Entschuldigung eines Limonadenherstellers für diese "sexistische" iPhone-Applikation. Es kann doch nicht sein, dass einem Zuckerwasser-Hanseln helfen, das richtige Date mit einer Frau zurechtzuschneidern. Vielleicht doch eine Fast-Falschmeldung, so wie die von dem Ventilator ohne Ventilatorschaufeln von diesem merkwürdigen Staubsaugererfinder, bei dessen TV-Werbespots ich immer aufs Klo gehe.

Ach was weiß ich: Wahrscheinlich ist alles wahr. Elvis lebt mit Michael Jackson in Las Vegas, wird eben von einem Alien untersucht, der mit allen übrigen Tentakeln an einem multitouchfähigen PC herumwurstelt, um sämtliche Telefonadressen der Welt an die Zentrale des Bösen im Weltall weiterzuleiten. Da bin ich mir sicher. Den Beleg dazu habe ich auch bald. Ich bin schon ganz nahe dran.

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(Harald Taglinger)