Neues Doppler-Labor für drahtlose Vernetzung

FORSCHUNG
13.10.2009

An der TU Wien wurde am Dienstag ein neues Christian-Doppler-Labor eröffnet. Ziel ist die Entwicklung von innovativen "Funktechnologien für nachhaltige Mobilität".

Die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft (CDG) eröffnete am Dienstag ein neues Labor mit dem Namen "Funktechnologien für nachhaltige Mobilität" an der TU Wien. Die Forschungsarbeiten des CD-Labors gliedern sich in drei Schwerpunktbereiche rund um die drahtlose Vernetzung: den Datenaustausch zwischen Fahrzeugen zur intelligenten Verkehrssteuerung, drahtlose Sensornetze etwa zum Katastrophenschutz und die Weiterentwicklung der vierten Generation von Handynetzen.

Autos kommunzieren

Das Modul "Vehicular Connectivity" soll die technischen Voraussetzungen für die Vernetzung von Fahrzeugen entwickeln. Damit würden Autos Daten untereinander austauschen und mit einer Verkehrsleitzentrale kommunizieren können. Ziel sei, beispielsweise in Gefahrensituationen entscheidende Sekundenbruchteile zu gewinnen.

"Wir wollen, dass Autos sich gegenseitig vor einer möglichen Notbremsung warnen oder Airbags schon eine Millisekunde vor einem Zusammenstoß auslösen", sagte Christoph Mecklenbräuker, Vorstand des Instituts für Nachrichtentechnik und Hochfrequenztechnik und Leiter des CD-Labors.

Kommunizierende Sensoren

Die zweite Forschungsgruppe wird an einer Technologie für drahtlose Sensornetze forschen. Im Modul "Smart Tags and Sensor Nets" werde Radio Frequency Identification (RFID) mit Sensorik verknüpft. "Wenn man auf einer Schneedecke Sensoren verteilt, die ihre Abstände zueinander messen und diese Daten per Funk an eine Zentrale weitergeben, wäre es möglich, die Gefährlichkeit von Lawinen wesentlich früher einzuschätzen", erklärte Mecklenbräuker.

Weniger Störungen beim Handy

Im dritten Modul "Mobile Communications Evolution" soll die vierte Generation von Handynetzen weiterentwickelt werden. Bei heute gängigen Netzen könne ein einziges mobiles Endgerät mit mehreren Basisstationen und mittels vieler Antennen gleichzeitig verbunden sein. "Dabei machen sich die zusätzlichen Nutzer, die aktiv mit dem Funknetz verbunden sind, als Störungen im Hintergrund bemerkbar", so Mecklenbräuker.

Diese "Gleichkanalstörungen" seien lange ignoriert und unterdrückt worden. Eine bessere Koordination solle Nutzern weniger Störungen und höhere Datenraten bringen, sagte Mecklenbräuker. In breit angelegten Feldversuchen sollen die theoretischen Ergebnisse geprüft werden.

Grundlagenforschung wichtig

Finanziert wird das neue Labor zur Hälfte von der Wirtschaft und zur Hälfte von der öffentlichen Hand. Auflage der CDG für das neue Labor ist unter anderem, dass 30 Prozent der Arbeit der Grundlagenforschung gewidmet sein müssen. Die Labors werden für maximal sieben Jahre eingerichtet.

Die jährliche Finanzierung soll bei rund 350.000 Euro liegen. Als Projektpartner an dem Labor beteiligt sind der Verkehrstelematikspezialist Kapsch TrafficCom, der Mobilfunkanbieter mobilkom austria, der Halbleiterhersteller Infineon und der Antennenhersteller Kathrein Austria.