02.06.2003

SPAM-BETRUG

Bildquelle: him / ORF.at

Massenmails von "Uday Hussein"

Sie nennen sich "Karibo Zang Mobutu" oder "Muwanga Takio", sind stets die Söhne oder Töchter verstorbener Minister, Präsidenten und anderer wichtiger Persönlichkeiten aus afrikanischen Staaten.

Von ihren Vätern haben sie Depots mit Beträgen meist um die zehn Millionen Dollar irgendwo im Ausland angelegt, an die sie angeblich nur mit Hilfe eines EU-Staatsbürgers herankommen. Versprochen für die "urgent assistance" werden meist 20 Prozent der Summe plus fünf Prozent Spesenpauschale.

Der neueste Spammer, der Europas E-Mail-Boxen mit dem Betreff "Strictly confidential" füllt, hat eine etwas höhere Summe in petto, schließlich nennt er sich auch "Uday Hussein."

Konkurrenz macht erfinderisch

Der große Konkurrenzdruck untereinander zwingt Spam-Betrüger mittlerweile dazu, neue, bessere Storys zu erfinden, da diese Masche allmählich jeder Mailbenutzer kennt. "George Chinedu" etwa beruft sich auf einen CNN-Bericht über eine Explosion mit 30 Toten von Anfang Februar "right inside My bank".

Von da geht es gar nicht so schlecht erfunden weiter, am Ende bietet der "Account Manager" dreißig Prozent von 35 Millionen USD.

Wie die Masche funktioniert

Die Betrugsform kommt ursprünglich aus Nigeria und ist weit älter als das Internet oder auch das Fax. Mit der in Polizeikreisen "westafrikanisches Serienbrief-Betrugsmodell " genannten Masche wurden europäische Geschäftsleute seit Jahrzehnten geschröpft.