Massenmails von "Uday Hussein"
Sie nennen sich "Karibo Zang Mobutu" oder "Muwanga Takio", sind stets die Söhne oder Töchter verstorbener Minister, Präsidenten und anderer wichtiger Persönlichkeiten aus afrikanischen Staaten.
Von ihren Vätern haben sie Depots mit Beträgen meist um die zehn Millionen Dollar irgendwo im Ausland angelegt, an die sie angeblich nur mit Hilfe eines EU-Staatsbürgers herankommen. Versprochen für die "urgent assistance" werden meist 20 Prozent der Summe plus fünf Prozent Spesenpauschale.
Der neueste Spammer, der Europas E-Mail-Boxen mit dem Betreff "Strictly confidential" füllt, hat eine etwas höhere Summe in petto, schließlich nennt er sich auch "Uday Hussein."
"May Allah bless you"
Der hält sich angeblich noch an einem sicheren Ort im Irak
versteckt und bietet 25 Prozent von 45 in Europa angelegten
Millionen aus einem vergangenen Ölgeschäft mit Frankreich. Um die
Details auszuhandeln, möge man sich doch an den südafrikanischen
Anwalt wenden, der unter einer Hotmail-Adresse residiert - "May
Allah bless you - Uday Hussein".
Die Masche wird auch "Nigerian Connection" genanntKonkurrenz macht erfinderisch
Der große Konkurrenzdruck untereinander zwingt Spam-Betrüger mittlerweile dazu, neue, bessere Storys zu erfinden, da diese Masche allmählich jeder Mailbenutzer kennt. "George Chinedu" etwa beruft sich auf einen CNN-Bericht über eine Explosion mit 30 Toten von Anfang Februar "right inside My bank".
Von da geht es gar nicht so schlecht erfunden weiter, am Ende bietet der "Account Manager" dreißig Prozent von 35 Millionen USD.
Die Spam-Mail enthält nicht nur diesen Link zur CNN-Story, sondern auch den Hinweis, dass das Internet generell voll von Betrügereien sei und man keineswegs auf andere Ansuchen um "urgent assistance" hineinfallen sollte.
Die CNN-StoryWie die Masche funktioniert
Die Betrugsform kommt ursprünglich aus Nigeria und ist weit älter als das Internet oder auch das Fax. Mit der in Polizeikreisen "westafrikanisches Serienbrief-Betrugsmodell " genannten Masche wurden europäische Geschäftsleute seit Jahrzehnten geschröpft.
Wie Michael Holstein, Crime Intelligence Officer bei der Interpol in Lyon, bei einem Interview mitteilte, haben sich zu Anfangszeiten dieses Betrugsmodells auf den Briefen nicht selten handgemalte "Briefmarken" gefunden.
Eine Infopage mit Beispielen
