Manifest gegen Internet-Feindlichkeit
Deutsche Blogger und Journalisten melden sich zu Wort
Um der Debatte über den "Unterang des sogenannten Qualitätsjournalismus" und der "Internet-Feindlichkeit vieler Medien" ein zeitgenössisches Statement entgegenzusetzen, haben 15 deutsche Blogger und Journalisten am Montag ein Internet-Manifest veröffentlicht, in dem sie mit 17 Behauptungen aufzeigen wollen, wie Journalismus heute funktioniert.
"Der technologischen Realität anpassen"
Medien müssten sich den Arbeitsweisen der technologischen Realtiät anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen, heißt es im ersten Punkt der Thesensammlung, die sich für eine Anpassung der Geschäftsmodelle an die neuen Strukturen des Netzes und für neue vernetzte und am Dialog orientierte journalistische Formen starkmacht.
Das Urheberrecht dürfe nicht als Hebel missbraucht werden, um überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen, heißt es an die Adresse etablierter Medienhäuser: "Eigentum verpflichtet."
Absage an Netzsperren
Eine klare Absage erteilen die Autoren des Manifests Internet-Sperren und anderen Angriffen auf die offene Architektur des Netzes: "Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit."
Unter den den Unterzeichnern finden sich unter anderen Mario Sixtus (Elektrischer Reporter), Thomas Knüwer (Indiskretion Ehrensache), Markus Beckedahl (Netzpolitik.org) und Stefan Niggemeier (Bildblog).
