Diebold trennt sich von Wahlmaschinentochter
Fünf Millionen Dollar für Premier Election Solutions
Der US-Hersteller Diebold, unter anderem Anbieter von Geldausgabeautomaten, hat seinen Geschäftsbereich für US-Wahlsysteme verkauft. Die dafür zuständige texanische Tochtergesellschaft Premier Election Solutions ging am 2. September an Election Systems & Software, gab Diebold am Freitag in einer Aussendung bekannt.
Election Systems & Software ist selbst Anbieter von Wahlsystemen. Die brasilianische Diebold-Tochter, die Stimmgeräte für Brasiliens nationalen Wahlausschuss Tribunal Superior Eleitoral herstellt, ist von dem Verkauf nicht betroffen.
Im Jahr 2008 erwirtschaftete Premier einen Umsatz von 88,2 Millionen Dollar, das entspricht 2,8 Prozent von Diebolds Gesamtumsätzen in diesem Jahr.
Der Kaufpreis beträgt fünf Millionen Dollar in bar zuzüglich zukünftiger Barzahlungen im Umfang von 70 Prozent aller zum 31. August 2009 ausstehenden Rechnungsposten. Diebold erwartet in der Folge einen Verlust vor Steuern in Höhe von 45 bis 55 Millionen Dollar. Darin enthalten seien bereits Aktiva und Passiva des Geschäftsbereichs sowie weiterhin bestehende gesetzliche Zahlungsverpflichtungen und weitere Transaktionskosten.
Stark in der Kritik
Diebold stieg im Jänner 2002 mit der Übernahme von Global Election Systems in das Geschäft mit Wahlsystemen ein. Seit 2006 sei dieser Bereich aber kein Kernbereich der betrieblichen Tätigkeit von Diebold mehr gewesen, so der Anbieter. 2007 wurde die Einheit als eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert, seitdem sei Diebold in die betrieblichen Tätigkeiten nicht mehr involviert gewesen.
Diebolds Wahlmaschinen, die vor allem in den USA zum Einsatz kamen, waren häufig in der Kritik, da die aufgrund interner Fehler Stimmen falsch oder nicht zählten.
