Pirate-Bay-Berufung im November

SCHWEDEN
04.09.2009

Zwei Wochen für Verhandlung anberaumt

Ein schwedisches Gericht hat den Beginn der Berufungsverhandlung im Verfahren gegen die Betreiber der schwedischen Torrent-Tracker-Site The Pirate Bay (TPB) für den 9. November festgesetzt, berichteten die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter" und das P2P-Portal TorrentFreak. Insgesamt seien zwei Wochen für die Verhandlung anberaumt, hieß es in den Berichten.

Laut TorrentFreak wollen die Angeklagten eine Verschiebung der Verhandlung erwirken, da sie anderwertige Verpflichtungen hätten. Auch die Vorsitzende der Berufungsverhandlung dürfte für Diskussionen sorgen. Der Richterin Ulrika Ihrfeld wird ein Naheverhältnis zu Copyright-Lobbyorganisationen vorgeworfen.

Haft- und Geldstrafen

Ein Bezirksgericht in Stockholm hatte die TPB-Betreiber im April in ersten Instanz zu je einem Jahr Haft und zur Zahlung von insgesamt rund 2,7 Millionen Euro an die Kläger aus der Medienindustrie verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Beklagten Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung geleistet haben.

Verkauf weiter ungewiss

Wie es mit dem bereits seit längerem angekündigten Verkauf von TPB an das schwedische Unternehmen Global Gaming Factory (GGF) weitergeht, ist unterdessen weiterhin ungewiss. Zuletzt hatte GGF-Geschäftsführer Hans Pandeya angekündigt, dass die Übernahme bis 12. September abgeschlossen sein sollte.

Ob das Unternehmen in der Lage sein wird, die Übernahmesumme von 5,5 Millionen Euro aufzubringen, ist fraglich. Die GGF-Aktien wurden an der schwedischen Börse vom Handel ausgesetzt. Eine Kapitalerhöhung war deshalb zuletzt nicht möglich.

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