© Fotolia/cristimatei, Satelitt im Weltall

Airbus prüft Flugschreiber-Back-up via Satellit

FLUGZEUG
04.09.2009

Zur besseren Aufklärung von Flugzeugabstürzen will der europäische Hersteller Airbus die Fluginformationen künftig direkt per Satellit übertragen.

Die herkömmlichen Flugschreiber seien schwer zu bergen, wenn ein Flugzeug wie bei der Katastrophe mit einer Air-France-Maschine vor drei Monaten ins Meer stürze, sagte Airbus-Chef Thomas Enders der Zeitung "Le Parisien" (Freitag-Ausgabe).

Das Unternehmen prüfe deshalb, ob sich das derzeitige System "durch eine andere Methode zur Erfassung der Daten" verbessern lasse. "Die wichtigsten Flugdaten könnten zum Beispiel in Echtzeit über Satelliten übertragen werden." Das werde bei bestimmten Informationen zur Wartung der Flugzeuge schon jetzt gemacht.

"Einfache Daten" wie Geschwindigkeit

Es geht nicht darum, die Flugschreiber von einem Tag auf den anderen abzuschaffen, so ein Airbus-Sprecher. Die Technik sei noch nicht weit genug entwickelt. Denkbar sei aber die Übertragung von "relativ einfachen Daten wie der Geschwindigkeit, der Flugrichtung, der Route und der Position der Maschine". Damit lasse sich der Ort errechnen, wo die Maschine niedergegangen sei.

Das Problem sei, dass Satelliten nicht den gesamten Globus abdeckten und insbesondere nicht den Bereich der Pole. Die Kosten für das Zusatzsystem wären nach Angaben aus Unternehmenskreisen nicht übermäßig hoch. Auch bereits im Einsatz befindliche Flugzeuge könnten mit der Technik nachgerüstet werden.

Mehr Daten für mehr Sicherheit

"Um die Sicherheit im Flugverkehr in Zukunft noch zu verbessern, müssen wir bei einem Unfall sicher sein, alle Flugdaten zu erhalten", sagte Enders. Im Falle der am 1. Juni in den Atlantik gestürzten Air-France-Maschine sei Airbus deshalb bereit, "einen bedeutenden finanziellen Beitrag" zur Suche nach den Flugschreibern zu leisten.

Bei dem Unglück mit einem Airbus A330-200 waren 228 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Versuche, die Flugschreiber ausfindig zu machen, sind angesichts von Meerestiefen von mehreren tausend Metern am Unglücksort bisher erfolglos geblieben. Frankreich hat nun eine dritte Suchphase für den Herbst angekündigt.

(AFP)