29.05.2003

COPYRIGHT

Bildquelle: ORF.at

Front gegen SCO verstärkt sich

Die Behauptung der US-Softwarefirma SCO, im Linux-Kernel befinde sich Source-Code aus dem Betriebssystem Unix, ruft immer mehr Gegenstimmen auf den Plan.

Neben der Softwarefirma Novell verlangt auch der Betreiber der Linux-Messe LinuxTag endlich Beweise für die Anschuldigungen.

Novell versichert in einem Brief an SCO selber noch Patente und Copyright an Unix zu besitzen und verlangte die Einstellung der Anschuldigungen. Der Vertrag über den Verkauf von Unix an SCO aus dem Jahre 1995 habe nicht die Übertragung der damit verbunden Urherberrechte inkludiert, so Novell-Chef Jack Messman an SCO-Chef Darl McBride.

Laut Novell würde SCO dies auch realisieren, da SCO seit einigen Monaten bezüglich der Übertragung der Copyrights anfrage, was von Novell bisher zurückgewiesen wurde.

Streit über Urheberrecht

Laut SCO tut dies aber nichts zur Sache, da die Firma die vollen Rechte am geistigen Eigentum an Unix gekauft habe, inklusive Urheberrecht, Patente und deren Vollstreckungsrechte. Ein Teil des Verkaufsvertrages beschreibe zwar die Rechte für Novell an Patenten und Urheberrechten, ein weitaus größerer beschreibe jedoch detailiert die Patente und Copyrights die an SCO übertragen werden sollen.

Laut Chris Sontag wolle SCO im Juni erste Beweise an Analysten und ausgesuchte Personen vorlegen, die jedoch ein Geheimhaltungsabkommen unterzeichnen müssen.

Einstweilige Verfügung

Auch der Betreiber der Linux-Messe LinuxTag will bis Freitag entweder die Rücknahme der Behauptung oder Beweise für SCOs Behauptung, ansonsten werde man rechtliche Schritte einleiten.

SCO verunsichere die LinuxTag-Mitglieder sowie potentielle Aussteller der von 10. bis 13. Juli geplanten Messe, so LinuxTag-Sprecher Michael Kleinhenz. Sollte SCO keine Beweise vorlegen, werde man eine einstweilige Verfügung beantragen.

Die deutsche Vertretung von SCO bestätigte den Erhalt des Antrags, derzeit bespreche man die weitere Vorgangsweise mit der Mutterfirma in den USA.

Es gebe eine spezielle Situation in Deutschland mit einer hohen Affinität für Linux und einer gut organisierten Linux-Community, so Deutschland-Chef Hans Bayer. Aber er könne mit den Beweisen nicht voransprechen, die Vorlage der Beweise sei eigentlich erst für den Prozess gegen IBM geplant.