1.000 Kameras für ein gelöstes Verbrechen

CCTV
25.08.2009

In Großbritannien wachsen Zweifel an der Wirksamkeit der Videoüberwachung: Laut einem Bericht der Londoner Polizei kommt pro Jahr auf 1.000 Überwachungskameras nur ein gelöstes Verbrechen.

Im vergangenen Jahr seien nur 1.000 Fälle mit Hilfe von Überwachungskameras gelöst worden - und das, obwohl es mehr als eine Million Kameras in London gebe und die Regierung 500 Millionen Pfund (572 Mio. Euro) dafür ausgegeben habe, heißt es in dem internen Polizeibericht, der am Dienstag in britischen Medien zitiert wurde.

Die Polizei müsse mehr tun, damit das Vertrauen der Bürger in das System nicht verloren gehe, erklärte Chefinspektor Mick Neville. Viele beklagten sich, dass sie zwar per Kamera aufgezeichnet würden, Polizisten jedoch oft bei Verbrechen das Material nicht auswerten wollten oder könnten.

"Keine Überraschung"

Der konservative britische Abgeordnete und frühere britische "Schatteninnenminister" David Davies bezeichnete den Bericht gegenüber der BBC als "wenig überraschend". Ein Überdenken der Ausgabe für die Kriminalitätsbekämpfung sei "lange überfällig". Überwachungskameras seien teuer und wenig effektiv.

CCTV-Kameras sind seit langem ein Zankapfel in Großbritannien. Das Königreich gilt weltweit als eines der Länder mit den meisten Überwachungskameras. Kritiker sprechen deshalb von einem Überwachungsstaat. Andere halten die Kameras für wenig wirksam: Schon ein Bericht des Innenministeriums habe ergeben, dass die Kameras einen "bescheidenen Einfluss" darauf hätten, die Kriminalität zu bekämpfen.

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(dpa)