Diskussion zu Bewerberüberprüfung im Web
Nach dem Bekanntwerden von systematischen Bewerberüberprüfungen im Internet durch Arbeitgeber in Deutschland fordern Datenschützer jetzt neue Internet-Regeln. Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar verlangt etwa, den Datenschutz im Netz zum Pflichtstoff an Schulen zu machen.
Die deutsche Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) verlangte von der Internet-Wirtschaft einen besseren Schutz persönlicher Daten. "Ich fordere die Betreiber auf, Möglichkeiten zur Selektion einzurichten, damit jeder Nutzer frei entscheiden kann, wem er seine Daten zugänglich machen will", sagte Aigner der "Berliner Zeitung" (Samstag-Ausgabe) nach dem Bekanntwerden systematischer Bewerberüberprüfungen durch Arbeitgeber.
Die Rechte etwa an Privatfotos dürften nicht auf den Anbieter übergehen, sobald man sie ins Internet stellt. Suchmaschinen sollten außerdem auf Soziale Netzwerke keinen Zugriff haben, verlangte Aigner. Auch dürften Löschungen der Nutzer nicht umgangen werden.
Schaar: Strengere Regeln
Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar verlangte strengere Regeln: "Die Betreiber von Internet-Netzwerken fordere ich auf, ihre Datenschutzeinstellungen zu verbessern", sagte er der Zeitung.
Nutzer müssten von vornherein die Möglichkeit haben, ihre Informationen nur einem engen und selbst gewählten Personenkreis zukommen zu lassen. Die Betreiber sollten außerdem die Verwendung von Pseudonymen ermöglichen. Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert hatte für ein Internet-Datenschutzgesetz plädiert.
Datzschutz als Pflichtstoff
Schaar verlangte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag-Ausgabe), den Datenschutz im Netz zum Pflichtstoff an Schulen und Hochschulen zu machen. Viele junge Menschen unterschätzten die lauernden Gefahren, wenn sie persönliche Informationen im Netz unbefangen preisgäben. Den Nutzern Sozialer Netzwerke und anderer Foren müsse klar werden: "Das Internet vergisst nie."
(dpa)
