IBM will DNA-Technik für Mikrochips nutzen

WISSENSCHAFT
17.08.2009

Biologische Moleküle als billiger Trägerrahmen

Der IT-Konzern IBM will die nächste Generation von Mikrochips mit Hilfe von organischen Erbinformationsmolekülen bauen. Dabei soll künstliche DNA als billiger Trägerrahmen für winzigst kleine Halbleiterstrukturen wie etwa Siliziumfäden dienen, wie aus einem wissenschaftlichen Papier für die Fachzeitschrift "Nature Nanotechnology" vom Sonntag hervorgeht.

Biologische Moleküle für die Chipindustrie

"Das ist die erste Demonstration eines Einsatzes biologischer Moleküle, um damit die Fertigung in der Chipindustrie zu verändern", sagte IBM-Forschungschef Spike Narayan zu Reuters. "Im Kern zeigt es uns, dass biologische Strukturen wie die DNA einige sehr reproduzierbare, wiederholbare Schemata bietet, die wir eigentlich für die Herstellung von Halbleitern nutzen können."

Mikrochiphersteller haben zunehmend mit explodierenden Kosten für die Herstellung immer kleinerer Strukturen zu kämpfen. Die Schaltungen, die in Computern, Handys und der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden, verfügen derzeit über Leitungsbahnen, die zum Teil nur noch 38 Nanometer breit sind. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist mehr als 100.000 Nanometer dick.

Jahrelange Tests stehen bevor

Sollte die DNA-Technik einsatzfähig werden, könnten Chiphersteller mehrere hundert Millionen Dollar sparen, sagte Narayan. Die Polymertechnik, die speziell gefaltete Desoxyribonukleinsäure (DNA) und entsprechende Heizsysteme seien für weniger als eine Million Dollar zu haben. Allerdings würden noch mindestens zehn Jahre bis zur Markteinführung vergehen. Die Technik, die eine günstige weitere Verkleinerung erlauben würde, müsse noch jahrelang getestet werden.

(Reuters)