Google-Europa-Chef wehrt sich gegen Vorwürfe
Schindler: "Google schadet Verlagen nicht"
Der Suchmaschinenbetreiber Google wehrt sich gegen Kritik deutscher Verlage. "Ich würde mich freuen, wenn die Verlage die Energie, die sie heute in die Angriffe gegen Google investieren, darauf verwenden würden, erfolgreichere Geschäftsmodelle im Netz zu entwickeln", wird Philipp Schindler, Google-Europa-Chef, im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitiert. Google verstehe die Ängste der Verlage und nehme ihre Sorgen ernst. "Aber ihre Hausaufgaben müssen sie selbst machen", erklärte Schindler.
Die Verlage werfen dem Suchmaschinenbetreiber vor, sich bei ihren Inhalten zu bedienen und dann an Werbung zu verdienen. Schindler sagte dagegen, Google schade den Verlagen nicht: "Stellen Sie sich einfach mal vor, es gäbe Google nicht. Würde ein einziger Verlag dann besser dastehen? Nein, im Gegenteil."
Kulturstaatsminister: Gegen Google vorgehen
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat hingegen in einem Interview des "Reutlinger General-Anzeigers" (Samstag-Ausgabe) seinen Entschluss bekräftigt, gegen den Versuch des Suchmaschinenriesen Google vorzugehen, Bücher für seine kommerziellen Zwecke zu digitalisieren. "Es kann nicht angehen, dass der freie Zugang zu unserem kulturellen Erbe monopolisiert und den Kapitalinteressen einer einzigen Firma unterworfen wird." Neumann setzt auf ein gemeinsames Vorgehen der Europäischen Union gegen Google.
Im nationalen Rahmen plant der Staatsminister ein eigenes Leistungsschutzrecht für Verlage. Musik- und Filmindustrie seien bezüglich ihrer Produkte bereits geschützt, nicht aber die Verlage, meinte er zur Begründung. Das Urheberrecht müsse aber "in allen Bereichen" weiterentwickelt werden, forderte der Staatsminister.
Google "will Verlagen helfen"
Zur laufenden Debatte über Bezahlinhalte der Zeitungen im Internet erklärte Google-Manager Schindler: "Wir haben großes Interesse, dass die Verlage erfolgreiche Geschäftsmodelle finden. Da sind wir die Letzten, die ihnen raten würden, das nicht zu tun." Im Übrigen könne man auch Bezahlinhalte über Google finden lassen.
(APA/AP/dpa)
