Twitter weiter unter Beschuss

DDOS
08.08.2009

Provider zog Sicherheitsmaßnahmen ein

Die Denial-of-Service-Angriffe (DoS) auf Twitter sind auch am Freitag weitergegangen. Das erklärte der Anbieter NTT America Enterprise Hosting Services, der die zuständigen Twitter-Server hostet, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Der Traffic auf Twitter.com liege 20 Prozent über dem normalen Level, sagte NTT-Sicherheitschef Kazuhiro Gomi.

NTT könne die falschen Anfragen, die verteilt aus der ganzen Welt erfolgen (DDoS), nun besser von den legitimen filtern, daher sei Twitter weiter online, so Gomi. Dadurch sei der Zugriff auf Twitter aber auch langsamer. "Ehrlich gesagt, wenn wir das abdrehen, könnte Twitter jederzeit wieder offline gehen", sagte Gomi.

Twitter-Mitbegründer Biz Stone erklärte auf dem Firmenblog, dass die Angriffe sich in Art und Intensität ständig ändern würden, Twitter aber daran arbeite, alle Funktionalitäten vollständig wiederherzustellen. Er versprach auch Verbesserungen am System, damit derartige Angriffe in Zukunft besser abgefangen werden können.

Am Jahrestag des Russland-Georgien-Konflikts

Der Nutzer "Cyxymu", der offenbar das eigentliche Ziel der Angriffe auf Twitter, aber auch Facebook und Livejournal war, vermutet, dass die Angriffe politisch motiviert sind und aus Russland kommen. Laut dem britischen "Guardian" ist er ein 34-jähriger Wirtschaftsprofessor aus der georgischen Hauptstadt Tiflis und nutzte seine Webpräsenzen auch für Kritik an der russischen Politik.

Bereits letztes Jahr war sein Livejournal-Blog laut "Guardian" Ziel von Angriffen, der jüngste erfolgte nun am ersten Jahrestag der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und Georgien um Südossetien. Laut CNN untersucht auch die Regierung Georgiens den Vorfall.

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(futurzone/AP)