BenQ Mobile Österreich will weitermachen

handys
04.01.2007

Die im Ausgleich befindliche Österreich-Tochter von BenQ Mobile hofft, ihr Geschäft fortführen zu können - von 45 Mitarbeitern sind nur mehr zehn übrig.

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die deutsche Niederlassung des taiwanesischen Handyherstellers BenQ Mobile, der vor einem Jahr das verlustträchtige Mobilfunkgeschäft von Siemens übernommen hat, hofft die im Ausgleichsverfahren befindliche Österreich-Tochter weiterhin auf eine Fortführung.

Nur zehn Mitarbeiter übrig

Man sei nach wie vor mitten in den Restrukturierungen der österreichischen und osteuropäischen Vertriebsorganisation BenQ Mobile CEE, sagte Sprecherin Christina Brandenstein am Donnerstag.

Die 30 Mitarbeiter, die Ende Oktober zur Kündigung beim Arbeitsmarktservice [AMS] angemeldet wurden, seien nun tatsächlich gekündigt worden, einige Mitarbeiter seien von selber gegangen. In Summe seien in Österreich nun insgesamt zehn Mitarbeiter übrig geblieben.

Verhandlungen mit Taiwan

Die Österreich-Tochter verhandle derzeit mit der taiwanesischen Konzernmutter eine Lösung für die Übernahme der Gewährleistungspflicht für die verkauften Handys, berichtete Brandenstein weiter. Die Details dazu sollen bis zur Ausgleichstagsatzung am 30. Jänner stehen.

Künftig werde es mit Josef Forer nur mehr einen Geschäftsführer - statt bisher zwei - geben. Beschlossen wurde auch bereits die Schließung der Niederlassungen in Bulgarien, Tschechien, Kroatien, Rumänien, der Schweiz, Serbien, Slowenien und Ungarn. Für diese Staaten ist derzeit ein neues Businessmodell in Ausarbeitung.

Der deutsche Handyhersteller BenQ Mobile ist offiziell pleite. Ein Jahr nach der Übernahme der Siemens-Handysparte durch den taiwanesischen Elektrokonzern BenQ muss nach vergeblicher Investorensuche der Betrieb endgültig eingestellt werden.

Ausgleich im Oktober

Die Österreich- und Osteuropatochter der BenQ Mobile, die sich als Kompetenzzentrum für den Handyvertrieb in Österreich und Südosteuropa etabliert hatte, war Ende Oktober in Folge der Insolvenz der deutschen BenQ Mobile in den Ausgleich gegangen.

Die Firma ist mit 17,2 Mio. Euro überschuldet. Aktiva von 11,5 Mio. Euro stehen Passiva von 28,7 Mio. Euro gegenüber. Betroffen sind 70 Mitarbeiter, davon rund 45 in Österreich.

Standort Wien aufgewertet

Der Standort Wien war erst im April 2006 aufgewertet worden und hatte zur bisherigen Geschäftsverantwortung für Südosteuropa auch die Kompetenz für den Mittleren Osten und Afrika dazu bekommen. Die Region zeichnete damit für ein Drittel des Konzernumsatzes verantwortlich.

BenQ Mobile CEE erzielte im Geschäftsjahr 2005/06 vorläufigen Berechnungen zufolge einen Umsatz von mehr als 150 Mio. Euro und schrieb im Gegensatz zur deutschen Schwester bereits schwarze Zahlen.

(APA)