Machinima - Spielerisch einfache Filmproduktion

Ö1
24.07.2009

"Matrix" über das Filmemachen mit Game-Engines

Am Sonntag in "matrix"

Sie hören diese Sendung am Sonntag, dem 26. Juli 2009, um 22.30 Uhr in Radio Ö1.

Anmerkung: Diese Sendung ist wegen der Sommerpause eine Wiederholung vom November 2008.

1996 wurde in Leipzig Filmgeschichte geschrieben - völlig unbeabsichtigt, denn der Physiker und Programmierer Uwe Girlich wollte während der Universitätsferien eigentlich nur die Codestruktur des Computerspiels "Quake" durchleuchten und sich die Parameter und Algorithmen genauer ansehen, die das Spiel zum Laufen bringen.

Als Resultat seiner Analyse schrieb er das Software-Programm Little Movie Processing Centre (LMPC), mit dem die Game-Engine gekapert und die Elemente des Spiels, angefangen bei den Charakteren und ihren Bewegungen bis hin zu den Szenenhintergründen, nach Belieben beeinflusst und gesteuert werden konnten.

Kunstform Quake-Movie

Mit Hilfe dieses Programms entstanden bald die ersten, ursprünglich als "Quake-Movies" bekannten Kurzfilme. Ende der 1990er Jahre begann sich dann eine neue Bezeichnung für diese Art von Spielfilmen durchzusetzen: Machinima - eine Begriffsneuschöpfung, die "Machine", "Animation" und "Cinema" miteinander verschmolz.

Seitdem entwickelte sich weltweit rund um dieses neue und ungewöhnliche Trickfilm-Genre eine sehr aktive Community, die mit Hilfe diverser Game-Engines eine Vielzahl an Filmen produziert. Einzelne Machinima-Filme erreichen mittlerweile Spielfilmlänge und werden bei manchen Festivals bereits in einer eigenen Kategorie gezeigt.

Richard Brem hat für "Matrix" mit Pionieren und Protagonisten dieses Film-Genres gesprochen.

(matrix)