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Vier Zeichen für die Twitter-Liebe

NETZTEILE
25.07.2009

Wenn ein Angestellter von Twitter durch seinen Mail-Account einen Hack des Gackerkanals ermöglicht, ist das peinlich. Wenn der Einbruch ins System auch noch aus Liebe erfolgt, wird es tragisch. Denn wir wissen: Anbandeln ist letztlich nur eine Form von Social Engineering.

"Susi? Croll? Hacker? Vier Zeichen???" Twitter Chef Evan Williams ist nicht wirklich amüsiert, als erdie ganzen Ereignisse des Twitter-Hacks Revue passieren lässt. Und was noch schlimmer ist: Er findet es ziemlich gemein, dass dieser Franzose Croll über persönliche Mailaccounts seiner eigenen Mitarbeiter ins System gelangt ist.

Allerdings, denn wehrlose Prominente wie Britney Spears (OK, die ist schon länger wehrlos) und Aston Kutcher (wer alte Frauen heiratet, kann sich nie wehren) haben so zusehen müssen, wie ihre Tweets merkwürdige Formen angenommen hatten. Aber eigentlich war das alles, so Croll in einem inzwischen gelöschten Tweet, nur eine vergebliche Aktion, um Susi, einer erfolgreichen Twitterin zu imponieren.

Denn Croll ist nicht mit dem Baguette gepimpert, er weiß: Das mit dem Reisen, über das sie in Twitter schreibt, ist nur ein Fake. Susi arbeitet für Twitter. Und deshalb bricht Croll ein und veröffentlicht (Wir zitieren nur die Susi betreffenden Dokumente) Screenshots aus dem neuen Büro von Twitter, die folgendes darstellen:

* the complete list of employees

* their food preferences

* their credit card numbers

* direct emails with web and showbizz personalities

* phone numbers

Schon spannend. Twitter-Chef Williams hat nichts zu lachen, an diesem Morgen. Denn zusätzlich passten statt 140 nur noch 4 Zeichen pro Nachricht in die Eingabezeile von Twitter. Und zwei davon hatten ein "S" zu sein. Der liebeshungrige Croll erhoffte sich so ein Zeichen, oder mindestens eines mit einem Herzen dahinter.

Aber Susi schwieg. Sie tat und tut auch nichts in ihren Tweets, das auch nur einen Hauch von Zuneigung oder Verehrung vermuten lässt. Croll arbeitet nun nach weiteren Veröffentlichungen daran, Susi per Twitter einen Heiratsantrag zu machen.

Das sollte er sein lassen. Ein kleiner Irrtum, und der Schaden wäre groß für ihn. Ja, Susi ist täglich bei Twitter zu finden. Aber Susi ist der Bürohund. Und das Anbandeln mit Golden Retrievern ist sogar in Kalifornien strafbar.

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(Harald Taglinger)