F: Posttochter soll HADOPI-Daten managen

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21.07.2009

6,7 Millionen Euro Startbudget

Laut einem Bericht des französischen Wirtschaftsblatts "Les Echos" vom Dienstag soll das Unternehmen Extelia, eine Tochter der französischen Post, das Datenmanagement für die Identifikation und Information mutmaßlicher Urheberrechtsverletzer im Rahmen der neuen HADOPI-Gesetzgebung übernehmen. Die Abstimmung über das Gesetz selbst wurde am Dienstag auf September verschoben, da zu viele Änderungsanträge vorlagen. Die HADOPI selbst kann aber schon eingerichtet werden, sie darf nur selbst keine Netzsperren verhängen.

Privatisierte Jagd auf Filesharer

Exelia soll für die HADOPI eine zentrale Datenbank aufbauen, in der Namen und Adressen sowie IP-Adressen der mutmaßlichen Urheberrechtsverletzer gespeichert werden sollen. Die Hinweise dazu sollen von einer noch nicht spezifizierten Firma kommen, die von den Rechteinhabern mit der Jagd auf Filesharer beauftragt werden wird. Exelia wird deren Daten dann mit den Kundendaten der Provider abgleichen und voraussichtlich zu Beginn etwa 1.000 Warn-E-Mails pro Tag versenden. Mittlerweile legte der französische Staat das HADOPI-Budget für 2009 auf 6,7 Millionen Euro fest. Als Posttochterunternehmen bietet Exelia auch an, eingeschriebene Warnbriefe an die mutmaßlichen Filesharer zu schicken.

Laut "Les Echos" entschieden sich die französischen Rechteinhaber noch nicht für eine Firma, die die mutmaßlichen Rechteverletzer im Netz ausfindig machen soll. Auch hier wird die Privatwirtschaft zum Zug kommen. Laut einem Sprecher der französischen Musikindustriegesellschaft SCPP sind die Unternehmen AdVestigo und TMG in der engeren Auswahl. AdVestigo bietet unter anderem Software an, die automatisch Copyright-geschützte Inhalte aus Sozialen Netzwerken entfernt.

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