Komponenten von Flash werden Open Source

WEB
21.07.2009

Adobe hat Video- und Textbibliotheken seines Flash-Systems unter die Mozilla Public License gestellt. Der Player selbst bleibt allerdings proprietär.

Adobe hat am Montag (Ortszeit) angekündigt, dass zwei Komponenten seiner Flash-Plattform künftig unter der Mozilla Public Licence stehen werden. Der Flash-Player und das Flex Builder IDE werden weiterhin proprietär bleiben. Laut Adobe befinden sich im Flash-Player Komponenten, die von Dritten lizenziert wurden.

Videosystem zum Selbstbauen

Bei den unter Open-Source-Lizenz gestellten Systemen handelt es sich um das Open Source Media Framework (OSMF), vorher bekannt als "Strobe", und das Text Layout Framework (TLF). Mit OSMF soll es Entwicklern möglich sein, schnell und einfach eigene Webvideo-Player zusammenzustellen. Auch eigene Videostreaming-Server lassen sich damit programmieren. Es sei auch ein fertiges API dabei, über das Dritte Werbung in Streams einbauen und den Erfolg dieser Werbung messen könnten.

Bei TLF handelt es sich um eine Bibliothek für den Umgang mit Text, die vom InDesign-Team entwickelt wurde. TLF soll "typografische Kontrolle bieten, die weit über die Möglichkeiten in HTML und CSS hinausgeht".

In der Freigabe der beiden Komponenten sehen Branchenbeobachter eine Reaktion auf die Einführung von Microsofts Silverlight 3 in der vergangenen Woche. Sowohl Adobe als auch Microsoft rittern um Marktanteile auf dem Gebiet der "Rich Internet Applications", also Software, die sowohl über das Netz als auch lokal auf den Rechnern der Kunden laufen kann. Laut Adobe ist der Flash-Player 10 weltweit auf 86,7 Prozent aller mit dem Internet verbundenen Desktop-Rechner installiert; ältere Versionen bringen es demnach auf 98,8 Prozent.