Die Ars Electronica hebt ab

KUNST
20.07.2009

Im 30. Jahr seines Bestehens will sich das Linzer Kunstfestival Ars Electronica um japanische Robodoubles und Weltraumfahrten kümmern. Zum Jubiläum der ersten Mondlandung laden die Veranstalter zur "Mondnacht" ein.

Ein ungewöhnliches "Zwillingspaar" ist heuer zu Gast beim Ars Electronica Festival mit dem Titel "Human Nature" von 3. bis 8. September in Linz: Der japanische Professor Hiroshi Ishiguro wird seinen "Geminoiden" mitbringen.

Dieser Roboter ist ein technischer "Klon" seines Schöpfers und verlässt für seinen Auftritt zum ersten Mal das heimatliche Labor. Die künstlerischen Direktoren Gerfried Stocker und Christine Schöpf wollten bei einer Pressekonferenz am Montag allerdings noch nicht allzu viel über die "kleine Weltsensation" verraten.

Auch die ebenfalls aus Japan stammende Machiko Kusahara, die bereits ein "alter Hase" des Festivals ist, wird heuer zu Gast sein. Sie repräsentiert mit ihrer "Device Art" eine sehr junge Kunstform, die Unterhaltung und Wissenschaft unter einen Hut bringen will. Die Grenzen zwischen Form und Funktion verschwimmen. Dadurch gelingt es dem Kreis um Kusahara, hinter einer verspielten Oberfläche ernste Themen zu behandeln und Kunst abseits von Galerien und Museen zu positionieren.

Erweitertes Festival

Insgesamt wurden in diesem Jahr 3.017 Arbeiten aus 68 Ländern beim Prix Ars Electronica eingereicht. Die besten Werke sind auch heuer wieder im OK Centrum für Gegenwartskunst zu sehen. In der im Brucknerhaus eingerichteten "History Lounge" kann man eine Reise durch die Höhepunkte aus 30 Jahren Ars Electronica machen.

Anlässlich seines Geburtstags präsentiert sich das Festival heuer zeitlich und räumlich erweitert. Bereits seit Mitte Juni kann man im Rahmen von "80+1" interaktiv mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren. Den Höhepunkt dieses Projekts bildet das heurige Ars-Electronica-Symposion "Cloud Intelligence" am 5. September.

Ein weiterer Schwerpunkt ist dem Thema Weltraum gewidmet, zu dem das Ars Electronica Center derzeit eine große Ausstellung - "Sternenstaub" - zeigt.

Mondbeobachtung am Abend

Anlässlich der Mondlandung vor 40 Jahren lädt die um zehn Jahre jüngere Ars Electronica bereits am Montag zu einer "Mondnacht", bei der man unter anderem eine 3-D-Fahrt über die Oberfläche des Erdtrabanten erleben kann. Zum offiziellen Festivalstart am 3. September folgt dann eine "Sternennacht", in der Linz "zappenduster" werden soll, um den Bewohnern eine bessere Sicht auf die Himmelskörper zu ermöglichen. Teleskope stehen bereit, damit die Besucher die Dunkelheit für tiefe Einblicke ins All nutzen können.

(APA)