24.05.2003

AB 2006

Bildquelle: Moller

Individualverkehr soll vom Boden abheben

Wie James Bond in die Luft gehen - was vor einigen Jahren noch Kinogeschichte schrieb soll bereits in den kommenden Jahren Realität werden.

"Flugautos" [eine Kombination aus Auto und Flugzeug] könnten, wenn es nach den entwickelnden Firmen geht, bald auf jedem "Parkplatz" stehen.

Die Technologie dahinter entwickle sich ständig weiter und stehe kurz vor der Explosion, so Dennis Bushnell, wissenschaftlicher Leiter des NASA Langley Research Centers.

Derzeit würden mindestens ein Dutzend Organisationen aber auch Privatpersonen in den USA an der Entwicklung eines sicheren und verlässlichen Luftautos arbeiten.

Verstopfte Straßen und Flughäfen

Laut Bushnell sind Flugautos mittlerweile nicht nur technisch machbar, sondern auch unvermeidlich. Vor allem der Blick auf die bereits derzeit Auto-verstopften Straßen verstärke den Wunsch nach derartiger Transportierung.

Daneben drängt auch das Problem der zunehmend anfälligen Flugindustrie - Flughafenstreiks, verspätete Flüge und Angst vor Terror haben das Fliegen vor allem in den USA zu einer wenig beliebten interkontinentalen Transportalternative werden lassen.

Mittels GPS und anderer Navigationssysteme wie zur Kollisions-Vermeidung, könnten Fluggeräte gebaut werden, die, in Kombination mit der Bodenüberwachung, zudem vollautomatisch fliegen können. Derzeitig in Verwendung befindliche Navigationsysteme könnten bereits einen Großteil des Fluges übernehmen, ausgenommen Start und Landung, so Bushnell.

Individualverkehr auch in der Luft

Die ersten Flugautos sollen laut ihren Entwicklern bereits Mitte 2006 auf den Markt kommen. Das sogenannte "M400" Skycar von Moller International wird bereits Tests für die Bewilligung durch die FAA unterzogen.

Bushnell glaubt jedoch nicht, dass die FAA oder Stadtverwaltungen Schwärme von derartigen Flugmaschinen in hochverbauten Gebieten herumschwirren lassen. Daher müssten die Leute am Boden aus der Stadt rausfahren und dann erst abheben, damit müssten die Flugautos am Boden genauso transportfähig sein wie in der Luft.

Roadable Aircraft International baut neben einer Art Flugauto-Drohne für die US-Navy auch einen zivilen VTOL [Vertical-tale-off-and-landing] namens "The Flyer", der am Boden ebenso einsetzbar sein soll wie in der Luft.

Flyer soll 135 Kilometer pro Stunde am Boden und 400 in der Luft hinter sich legen können. Nach zwei Prototypen arbeitet die Firma derzeit an einem Modell für die FAA-Zertifizierung.

Kritik an den Hybridgeräten

John Hansman, Leiter des International Center for Air Transportation am MIT, ist ein Skeptiker des individuellen Flugverkehrs. Die Konstruktion der Flugautos sei schwierig, da sie das Gesamtgewicht zuerst vertikal hochbringen müssten.

Da die Kilogramm so eine gewichtige Rolle spielen, sei es zudem schwierig auch ein ähnlich "unfallsicheres" Flugauto zu bauen. Er bezweifelt die volle Funktionalität der Hybridgeräte von Autos und Flugzeugen. Mehr Chancen und Möglichkeiten sieht er für reine, kleine Fluggeräte - jedoch kommt auch hier wieder die Frage der Sicherheit in den Städten auf.

Auch wenn er die Möglichkeit für derart personalisierten Transport in der Luft noch in weiterer Ferne sieht, will er die Möglichkeit dafür nicht ausschließen. Alle anderen Involvierten glauben jedoch, dass Flugautos der nächste unausweichliche Schritt in dieser Richtung sein werden.