Vista bevorzugtes Ziel der Virenautoren
Listige Trojaner und Angriffe auf Microsofts neues Betriebssystem Windows Vista dürften 2007 für Sicherheitsprobleme sorgen.
Auch Phishing-Attacken haben sich etabliert, sagte Thomas Mandl, technischer Leiter des Wiener Virenspezialisten Ikarus Software. "Es ist keine Abschwächung feststellbar."
Vista-Angriff Prestigesache
Viele Hacker werden versuchen, Angriffe auf Windows Vista zu entwickeln, ist Mandl überzeugt. Schon jetzt würden Schwachstellen unter der Hand verkauft.
Das Entwickeln eines schädlichen Programms sei angesichts des neuen "Flaggschiffs" von Microsoft vor allem ein Prestigeprojekt.
Drittel nicht "Vista-kompatibel"
Mehr als 30 Prozent der klassischen Viren würden zwar unter Vista nicht mehr funktionieren. Allerdings zeige erst der praktische Einsatz, wie gut das System wirklich ist. Eine 100-prozentige Sicherheit werde es nie geben.
Laie chancenlos
"Was wir fürchten, ist, dass sich die Trojaner noch verbessern werden", sagte Mandl. Ein infizierter Computer könnte in Kürze so gut wie nicht mehr erkannt werden.
Schon jetzt tarnen sich die Programme so, dass sie von Virenschutzprogrammen nicht mehr gefunden werden. Der technische Aufwand, um schädliche Programme aufzuspüren, steigt laufend. "Der Laie kann eigentlich gar nichts mehr ausrichten", meinte der Experte.
Abzocker-Viren und -Spam
Viele hätten entdeckt, dass man mit Spam und Viren viel Geld verdienen kann, daher sei der kommerzielle Aspekt sehr wichtig geworden, so Mandl. Früher seien Computerviren meist von Individualisten geschaffen worden, die "etwas beweisen wollten". Mittlerweile sei daraus ein ganzer Industriezweig entstanden.
Geld lasse sich zum Beispiel durch den Verkauf von E-Mail-Adressen für Spam-Angriffe verdienen, meinte Mandl. Für die Daten eines Nutzers werden durchschnittlich zwar nur etwa 20 Cent bezahlt, bei einigen Millionen Adressen ergebe sich allerdings eine ganz schöne Summe.
(APA)
