Spielende Tabakentwöhnung für US-Soldaten
Videospiel soll gegen Zigarettensucht helfen
Das US-Militär will seinen Soldaten das Rauchen abgewöhnen und greift dabei zu ungewöhnlichen Mitteln: Das Anderson Cancer Center der Universität von Texas wurde von der US Army damit beauftragt, ein Videospiel zu entwickeln, das den Soldaten beim Rauchentzug helfen soll.
Für 3,7 Millionen Dollar entwickelt der Wissenschaftler Alexander Prokhorov unter dem Titel "Project Combat" eine interaktive Aufklärung über die Gefahren des Rauchens sowie anschauliche Übungen zum Stressmanagement.
Die Soldaten werden dabei selbst als Avatare im Spiel integriert und müssen sich üblichen Stationen auf dem Weg der Raucherentwöhnung wie Gruppenzwang und Entzugssymptomen aussetzen. Laut Prokhorov soll das Spiel die Soldaten auch bei einem drohenden Rückfall unterstützen. Das Spiel soll an rund 2.000 Soldaten in Fort Hood, Texas, das erste Mal getestet werden.
Jeder dritte US-Soldat raucht
Laut einer von US-Ministerien in Auftrag gegebenen Studie des US-Medizininstituts IOM rauchen US-Soldaten deutlich häufiger als der Rest der US-Bevölkerung. 2005 rauchte fast jeder dritte Soldat regelmäßig, während in der restlichen Bevölkerung nur jeder fünfte regelmäßig zur Zigarette griff. Soldaten im Kriegseinsatz rauchen demnach doppelt so häufig wie ihre daheim gebliebenen Kameraden.
Dem IOM zufolge wird es keine leichte Aufgabe sein, das Rauchen in der Armee abzuschaffen: "Das Rauchen gehört zum Bild des furchtlosen und harten Soldaten", heißt es in der Studie. Zigaretten seien legal und leicht zu besorgen, sie machten schnell süchtig und würden von der Tabakindustrie stark beworben. Außerdem seien Zigaretten auf den Militärbasen billiger.
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(futurezone/AFP)
