EU: Einheitliches Datenformat für Beschwerden

EUROPA
07.07.2009

Die EU-Kommission will das Format von Konsumentenbeschwerden vereinheitlichen, um schneller auf Marktprobleme reagieren zu können. Die nationalen Konsumentenschutzorganisationen sollen sich freiwillig für das neue Format entscheiden dürfen.

Die EU-Kommission will ein europaweit einheitliches System für Beschwerden von Konsumenten schaffen. Wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte, gibt es derzeit 700 nationale Beschwerdestellen, die unterschiedlich klassifiziert sind. Die Rückmeldungen der Konsumenten sollen künftig EU-weit vereinheitlicht und als jährlicher Bericht veröffentlicht werden. Damit hoffe die EU-Kommission, "ein sehr wirksames Werkzeug" für Verbraucher zu schaffen, sagte eine Sprecherin von Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva.

"Wenn sich ein Verbraucher die Mühe macht, eine Beschwerde vorzubringen, dann bedeutet das normalerweise, dass es sich um ein ernstes Problem handelt. Eine Flut ähnlicher Beschwerden kann ein deutliches Anzeichen dafür sein, dass ein Markt den Bedürfnissen der Verbraucher nicht gerecht wird", erklärte Kuneva. "Die Methode, die wir heute vorschlagen, soll bewirken, dass die Stimme unzufriedener Verbraucher in ihrer jeweiligen Hauptstadt und in Brüssel laut und deutlich und früh genug gehört wird."

Entscheidung liegt bei Nationalstaaten

Zu den von der EU-Kommission geplanten einheitlichen Kriterien für Beschwerden zählen die Verkaufsform, der Unternehmenstyp und die Produktkategorie. Die nationalen Organisationen sollen freiwillig entscheiden, ob sie das EU-Klassifizierungssystem anwenden und ihre Daten der Kommission übermitteln wollen. Nach Angaben der EU-Kommission brachten von März 2007 bis Februar 2008 rund 78 Millionen Europäer eine formelle Beschwerde bei einem Gewerbetreibenden vor. 30 Millionen verzichteten nach Schätzungen der EU-Kommission auf eine Beschwerde, obwohl sie Grund dazu gehabt hätten. Die Hälfte der Befragten sei unzufrieden mit der Abwicklung der Reklamation.

Die EU-Kommission will bis 5. Oktober Konsultationen über ihren Entwurf durchführen. Anschließend will sie sich für eine endgültige Methode entscheiden.

(APA)